Steve Ballmer: die Tränen der Rampensau

Steve Ballmers Ende bei Microsoft ist nah. Noch einige Monate wird der bullige CEO beim US-Software-Riesen die Geschicke leiten – dann ist Schluss. Abschied hat der 57-Jährige unterdessen bereits von den Angestellten genommen. Und wie! Bei einer Mitarbeiterveranstaltung wurde es Ende der vergangenen Woche emotional: Ballmer weinte wie ein kleines Kind und verabschiedete sich wie ein scheidender Rockstar. Absolut hollywoodreifes Ende: Ballmers Ehrenrunde zu "The Time of my Life".

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Einen guten Monat ist die Entscheidung her: Steve Ballmer wird Microsoft binnen der nächsten zwölf Monate verlassen. Dass die Entscheidung, die maßgeblich von Gründer Bill Gates mitgetragen wurde, nicht spurlos an Ballmer vorbei gehen würde, war absehbar – zu sehr hat sich der 57-Jährige stets mit dem Softwareriesen identifiziert.

Ballmer war ein "Lifer", wie die US-Presse es gerne herausstellte, ein lebenslängliches Arbeitstier für Microsoft: Ballmer stieß 1980 zum Softwareriesen, den er in drei Jahrzehnten prägen sollte wie außer Gründer Bill Gates niemand sonst. 2001 hopste Ballmer etwa wie von der Tarantel gestochen auf der Bühne vor Mitarbeiter rum und bekannte völlig außer Atem: "I! Love! This! Company!"

Hochemotionales Resümee des Lebenswerkes vor 13.000 Kollegen

Wie geht Ballmer dann mit seinem durchaus nicht ganz freiwilligen Abschied um? Höchst emotional – was keine Überraschung ist, wenn man Ballmer, die Rampensau, kennt. Vor fünf Jahren bekam der bullige Multimilliardär feuchte Augen, als er Bill Gates verabschiedete – nun zerriss es Ballmer förmlich, als er seinen eigenen Abschied vor Mitarbeitern verkündete.   

Und das gleich vor 13.000 Menschen! Anlass war die turnusmäßige Mitarbeiterversammlung in der KeyArena von Seattle, bei der Ballmer am vergangenen Donnerstag ein letztes Mal seine Keynote hielt. Die 60-minütige Rede abseits der Öffentlichkeit geriet nicht weniger als zum Resümee seines Lebenswerkes, bei der Ballmer am Ende von der eigenen Sentimentalität übermannt wurde.

Rockstar-Ehrenrunde: "Ich schulde Euch alles"

"Ich möchte das für einen Moment genießen", schniefte Ballmer unter der tosenden Applaus der Kollegen in seinem Abschiedsauftritt, den das US-Techblog TheVerge nun in Auszügen zugänglich machte. Danach gerät Ballmer völlig außer sich: "Das war mein ganzes Arbeitsleben, Microsoft war wie mein viertes Kind. Aber Kinder verlassen irgendwann das Haus. In diesem Fall verlasse ich wohl das Haus", scherzte Ballmer unter Tränen. Und gibt noch einmal den Einpeitscher: "Ihr arbeitet für das großartigste Unternehmen der Welt!"

Dann folgte ein unwiderstehlicher Rockstar-Abtritt: Unter den Klängen von "The Time of my Life" aus "Dirty Dancing" drehte Ballmer eine Ehrenrunde, wie sie wohl kein Ex-Nationalspieler im Abschiedspiel besser hinbekommen hätte. "Ich schulde Euch alles", brüllt Ballmer ein letztes Mal – und verschwindet dann in den Katakomben. Fest steht: Allein für diese Auftritte wird man Ballmer künftig vermissen.

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