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Hammerstein zieht gegen Spiegel vor Gericht

Dass beim Spiegel wegen der Berufung des ehemaligen Bild-Vizes Nikolaus Blome zum Büroleiter in Berlin nach wie vor der Haussegen gewaltig schiefhängt, sieht man besonders deutlich an diesem Freitag. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, geht der bisherige Berliner Spiegel-Bürochef Konstantin von Hammerstein gegen seinen Arbeitgeber vor, weil er sein repräsentatives Büro nicht vorzeitig räumen will und unklar sei, in welcher Funktion er weiter arbeiten soll.

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Konstantin von Hammerstein hat laut SZ eine einstweilige Verfügung erwirkt, die dem Spiegel-Verlag untersagt zu verkünden, dass Blome seinen neuen Job schon Mitte Oktober antritt. Entsprechendes war in den vergangenen Tagen durchgesickert, wurde von der Spiegel-Kommunikation aber sofort schwammig dementiert. Jetzt weiß man warum: Der neue Chefredakteur Wolfgang Büchner hätte wohl gerne gehabt, dass Blome schon Mitte Oktober antritt, zumal dieser seinen Abschied bei der Bild bereits hinter sich hat.

Aber der streitbare Konstantin von Hammerstein hat was dagegen. Laut SZ sei ihm unklar, wie es mit ihm nach der Inthronisation Blomes als neuem Bürochef weitergehen soll. Offiziell ist nur bekannt, dass von Hammerstein als Autor weiter für den Spiegel arbeiten soll. Eine ursprünglich geplante Vorstellung des neuen Büroleiters Blome in der Berliner Spiegel-Redaktion, die für Mittwoch diese Woche angesetzt war, wurde wegen der Auseinandersetzung kurzfristig wieder abgesagt.

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Die Protest-Welle, die die Blome-Personalie bei Teilen der Spiegel-Belegschaft ausgelöst hat und die in einer Art öffentlichen Selbst-Zerfleischung der Redaktion mündete, war schon ungewöhnlich. Dass nun ein leitender Angestellter gegen seinen Arbeitgeber vor Gericht zieht, weil er sein Büro ein paar Tage früher räumen soll, ist auch nicht eben alltäglich und spricht Bände über das Betriebsklima, das beim gedruckten Spiegel herrschen muss. Der Spiegel hat ganz offensichtlich schwerwiegende interne Probleme, die nicht ansatzweise gelöst sind.

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