Cover-Schau: Was vom Wahlgang übrig blieb

Das deutliche Ergebnis der Bundestagswahl war eine echte Überraschung für viele Wähler, Politik-Experten und auch die meisten Journalisten. Gerade für Letztere gibt es allerdings nichts besseres, als unvorhergesehene Entwicklungen. In dem FDP-Desaster, dem CDU-Triumph, der Grünen-Absacke oder der SPD-Enttäuschung stecken unzählige Geschichten. Wie sind die Blattmacher und Art-Direktoren mit den Folgen der Bundestagswahl umgegangen? MEEDIA zeigt eine kleine Cover-Nachlese.

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Am Tag nach der Wahl überraschte das neue Deutschland mit seiner gelungen Titelgestaltung. Die Bild feierte recht uninspiriert „Merkels Triumph“, Die Welt kompakt den „Triumphzug der Kanzlerin“ und das Handelsblatt die „Euro-Kanzlerin“.

Für die Redaktionen des Spiegels und des Focus bedeutet der Wahltermin am Sonntag, eine richtig lange Extraschicht. Um nicht eine ganze Woche mit einem alten Heft am Kiosk zu liegen, produzierten beide Nachrichtenmagazine jeweils komplett neue Wahl-Spezial-Hefte. Die Münchner schafften es mit ihrem Titel bereits am Dienstag an den Kiosk. Der Spiegel war ab Mittwoch im Handel. 

Die Zeit und der Freitag hatten dagegen einen längeren Vorlauf. Das Wochenmagazin um Chefredakteur Giovanni di Lorenzo entschied sich für Merkel als Froschkönigin. Der Freitag wählte ein Cover, dass recht taz-inspiriert daherkam. Unter der Zeile: „Merkel wird rot“ färbten die Berliner die Kanzlerin mit roter Farbe ein.

Apropos taz: Mit ihrem Titelbild zum Massen-Rücktritt bei den Grünen gelang der Tageszeitung das wohl beste Cover der Woche. Unter der Zeile „Schlachtfest statt Veggie-Day“ zeigten die Berliner ein zerrissenes Bild der ehemaligen Parteiführung. Auch die Welt kompakt kümmerte sich um die Grünen. Übrigens: Zeitgleich beschäftigte sich die Bild mit der Story, dass Babs Boris geschlagen hat.

Bonus-Bilder: Besonders böse ging die Titanic-Redaktion mit den Grünen ins Gericht. Am Donnerstag zeigte der Tagesaufmacher der Webseite des Satire-Magazins den möglichen neuen Grünen-Chef Toni Hofreiter. Es ist allerdings höchst diskussionswürdig, ob man einen Politiker mit einem Massenmörder vergleichen/verwechseln darf. Auch wenn Satire bekanntlich ja alles darf. Fast schon zahm ist dagegen das Cover der neuen Ausgabe: Merkel als Bodybuilderin.

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