Anzeige

FDP betreibt „digitale Fahnenflucht“

Nach der liberalen Wahl-Schlappe scheint für Rainer Brüderle und Philipp Rösler nur noch ein Motto zu gelten: Nichts mehr sehen und hören. Vor allem kein Kontakt zu Bürgern und potentiell verärgerten Anhängern. Wie stern.de mit Verweis auf die Social-Media-Experten von Pluragraph berichtet, haben beide Spitzenpolitiker zwischen Dienstag und Mittwoch ihre Facebook-Profile gelöscht. "Das ist ein wenig wie digitale Fahnenflucht", meint Martin Fuchs von Pluragraph.

Anzeige
Anzeige

Der Geschwindigkeit der Abschaltung überrascht – zumindest bei Philipp Rösler. Denn im Vergleich zum ehemaligen Fraktionsvorsitzen Brüderle ist der zurückgetretene Parteivorsitzende noch immer als Wirtschaftsminister im Amt. Brüderle dagegen hat kein Amt mehr inne.

Fuchs vermutet allerdings gegenüber stern.de, dass die Löschung der Accounts weniger auf Initiative der beiden Politiker geschah, sondern vielmehr „den Abwicklungsarbeiten“ der FDP-Zentrale geschuldet sie, die gerade damit beschäftigt ist, aufzuräumen. So müssen die Liberalen zur Zeit alleine in ihrer ehemaligen Bundestagsfraktion rund 500 Jobs abwickeln.

Anzeige

Ein angenehmer Nebeneffekt der Abschaltung: Die Politiker müssen die Wut der Basis und potentieller Wähler bzw. die Häme anderer Parteien nicht mehr ganz so direkt ertragen. Seit der Wahl sollen die bösen und hämischen Kommentare auf den Profilen der führenden FDP-Köpfe erheblich zugenommen haben. Bereits Anfang der Woche beobachtete das Handelsblatt, eine kräftige Zunahme von bissigen Wortmeldungen in den Profilen der Wahl-Verlierer bei einer massiven Abnahme der Posting-Frequenz.

Was sollen die Liberalen nach dem Debakel vom Sonntag auch noch groß via Facebook sagen? Einfach abschalten ist allerdings auch keine Lösung und nicht gerade ein gutes Zeichen für eine Partei, die sich wie kaum eine andere politische Kraft in den vergangenen Monaten als Interessensvertreter der digitalen Wirtschaft präsentiert hat. Es sei nur an die Silicon Valley-Sause von Rösler & Co. erinnert. So richtig Nachhaltig war die Liebe der Liberalen zur Startup-Kultur den Möglichkeiten der neuen Kommunikationsmittel vielleicht dann doch nicht.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*