AGOF: Profiteure der neuen Grundgesamtheit

Ab sofort weist die AGOF in ihren internet facts nicht mehr die Nutzung der Bevölkerung ab 14 Jahre aus, sondern der ab 10 Jahre. Mit der Erweiterung der Grundgesamtheit soll die Studie u.a. für Anbieter von Kinder-Inhalten attraktiver werden. Doch wer profitiert unter den aktuellen AGOF-Teilnehmern? Wen nutzen die 10- bis 13-Jährigen? Vor allem Spiele-Websites. Doch selbst Angebote wie Süddeutsche.de und Die Welt steigerten ihre Zahlen durch die Erweiterung um 200.000 Nutzer und mehr.

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Schauen wir also auf das neue AGOF-Ranking der Über-10-Jährigen und den Vergleich mit den Zahlen für die Altersgruppe 14+, die bisher ausschlaggebend war. Um satte 1,31 Mio. Unique User steigt hier die Nutzerschaft der vielen T-Online-Websites. 1,31 Mio. Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren besuchen diese Angebote also. Auf den ersten 25 Rängen wachsen alle Kontrahenten um mindestens 2,8%, die meisten im Korridor zwischen 3% und 5%. Deutlich überdurchschnittlich profitiert das Video-Portal MyVideo, das nun 9,1% über der Zahl der Altersgruppe 14+ liegt, 6% und mehr gewinnen gutefrage.net, Chip Online, MSN und helpster hinzu.

Doch das sind logischerweise längst nicht die größten Gewinner der neuen Grundgesamtheit. Die kommen stattdessen vornehmlich aus der Online-Games-Branche. So wächst die Nutzerschaft des Portals Zaga durch das Einbeziehen der 10- bis 13-Jährigen um 97,1%, das von GirlsgoGames.de um 67,1%, das von Spielen.com um 56,2%, usw. Ebenfalls in der Gewinner-Top-Ten nach prozentualem Wachstum durch die neue Grundgesamtheit: Cartoon Network, Disney.de und vor allem schueler.cc, das sich um 90,2% steigerte.

Da die neue Grundgesamtheit erst ab den nun veröffentlichten Juli-Daten verfügbar ist, fehlen Vergleichsdaten des Vormonats. Um dennoch einen Vergleich bieten zu können, haben wir für die folgenden Rankings die alte Grundgesamtheit der Über-14-Jährigen verwendet. Insgesamt war der Juli dabei ein typischer Sommermonat. Die meisten Angebote verloren Nutzer gegenüber dem Juni, zu den wenigen Gewinnern gehören viele Urlaubs-Websites.

Auf den ersten 25 Rängen der AGOF-Tabelle gewannen nur acht Angebote hinzu, am meisten das Glam Vertical mit 3,7%. Deutliche Einbuße gab es hingegen für helpster, wetter.com und vor allem Die Welt, die 11,8% gegenüber dem Juni einbüßte. Eine gesonderte AGOF-Analyse zum Nachrichtenmarkt finden Sie an dieser Stelle.

In der zweiten Hälfte der Top 50 gibt es auch nur zehn Gewinner, dafür mit dem netzathleten network und Ab-in-den-Urlaub.de aber zwei, die sich um mehr als 10% verbesserten. Ebenfalls deutlich stärker als im Juni: Vodafone.de, TripAdvisor und HolidayCheck. Mehr als 10% verloren haben hingegen WetterOnline, Cosmiq und stern.de.

Nach absoluten Zahlen gerechnet heißt der größte Absteiger unter allen AGOF-Teilnehmern 123people.de. Die Personensuche rauschte um 55,4% nach unten – auf den Minusrekord von 1,32 Mio. Unique Usern. Noch im März 2011 erreichte die Website mehr als 7 Mio. Leute. Seitdem machten ihr aber vor allem diverse Änderungen in den Google-Algorithmen zu schaffen, drückten die Sichtbarkeit von 123people.de fast auf null. Mehr als 1 Mio. Nutzer büßten zudem wetter.com und Die Welt ein. Die Mitteldeutsche Zeitung verlor 49,9%, hatte im Juni aber auch wegen des Hochwassers einen historischen Rekord eingefahren. Die nun erreichten 680.000 Unique User sind in etwa das Vor-Juni-Niveau.

Am kräftigsten zulegen konnte das Video-Portal Viewster.com, dahinter folgen T-Online und eine Reihe von Reise-Websites.

Schließlich noch der Blick auf die Vermarkter: Hier büßten acht Top-Ten-Unternehmen Nutzer ein, eins blieb auf dem Juni-Niveau und nur Tomorrow Focus Media gewann hinzu. Zu verdanken hat man das u.a. dem Plus des HolidayCheck und dem Debüt von Finanzen100, das auf 440.000 Unique User kam. Die deutlichsten Verluste muss die OMS erdulden, die logischerweise unter dem generell schwachen Monat für Nachrichten-Websites litt.

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