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Steam OS: Konkurrenz für Xbox und PS 4

Damit hat die Spielewelt nicht gerechnet: Der Publisher Valve, bekanntgeworden durch die Ego-Shooter “Half-Life” und “Counterstrike” hat ein eigenes Betriebssystem angekündigt: Steam OS. Die linuxbasierte Software soll Gamern mehr Möglichkeiten geben, ihre Spiele auf dem Fernseher zu konsumieren - egal ob vom PC, Notebook oder Mac. Darüber hinaus soll das OS als Entertainment-System fungieren. Damit will der Anbieter Sony und Microsoft künftig Konkurrenz machen. Die Chancen dafür stehen gut.

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Denn schon vor Jahren hat Valve damit begonnen, parallel zur Entwicklung neuer Spiele ein Ökosystem zu etablieren, über das Nutzer Spiele kaufen und sich mit anderen Spielern vernetzen können: Steam. Der Dienst verfügt mittlerweile über 50 Millionen registrierte Nutzer. Microsoft bietet mit Xbox Live ein ähnliches System für Besitzer einer Xbox 360 – einen Marktplatz für Software gepaart mit einem Online-System, über das Gamer mit anderen Gamern kommunizieren können.
Valve will nun einen Schritt weiter gehen und aus der Software ein komplettes Betriebssystem erschaffen. Über welche Features das verfügen soll, stellte der Publisher Anfang der Woche vor. So sollen Nutzer über eine “One to many”-Funktion ihr Spielsignal an Zuschauer weiterleiten können – vergleichbar mit einem Fernsehsender. Auf YouTube sind solche "Let’s Play"-Formate, bei denen Spieler ihre Erfahrungen und Tipps aus Spielen per Video mit anderen Nutzern teilen, enorm populär. Ein weiteres Feature, “In-Home-Streaming”, soll Spiele vom PC oder Mac auf den Fernseher streamen. Gemeint ist aber nicht nur das Übertragen des Videosignals, sondern das Spielen über das heimische Netzwerk. Dazu würden dann auf dem jeweiligen Gerät nicht mehr Windows oder OS X laufen, sondern Steam OS.
Zudem stattet Valve das Betriebssystem mit Familien-Funktionen aus. So sollen mehrere Nutzer in der Lage sein, dasselbe Spiel zu spielen, dabei aber eigene Speicherstände und Errungenschaften zu erreichen, ohne dass das Spielerlebnis der anderen Familienmitglieder beeinträchtigt würde. Zudem sollen Eltern mehr Möglichkeiten bekommen, Schutzmechanismen für Kinder einzurichten.
Geht es nach dem Willen der Entwickler, läuft das Betriebssystem auf Notebooks und Rechnern. Doch seit Längerem hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Valve an eigener Hardware bastelt. Die “Steambox” würde wohl im Stil einer Set-Top-Box im Wohnzimmer einen Platz finden und sich irgendwo zwischen Computer, Spielekonsole und Home-Entertainment-System ansiedeln. Denn neben Games sollen Nutzer auch Filme und Musik über Steam OS abspielen können.
Dennoch liegt der Fokus auf schneller Grafik. Valve verspricht, bei Steam OS wesentliche Leistungssteigerungen in der grafischen Verarbeitung erreicht zu haben. Momentan plane man noch eine Verbesserung der Audioleistung sowie Verringerungen in der Eingabelatenz auf dem Betriebssystemlevel. Anders formuliert: Valve arbeitet an dem perfekten Spielesystem. Während Windows für ein breiteres Einsatzspektrum ausgerichtet ist und sich die Mac-Sparte nur langsam auch in der Spielewelt etabliert, soll Steam OS in erster Linie ein tolles Spielerlebnis liefern.
Das Betriebssystem soll kostenlos zur Verfügung stehen. Wann die Software erscheint, ist noch unklar. Ob Valve zudem eine eigene Box vorstellt, dürfte sich heute Abend klären. Dann hat der Publisher zum nächsten Event geladen. Neben der Präsentation einer Steambox ist auch ein Nachfolgers der erfolgreichen "Half-Life"-Reihe im Gespräch.
Damit könnte Valve etablierten Konsolenanbietern wie Microsoft und Sony Konkurrenz machen. Mit einem klaren Vorteil: Während Besitzer einer Konsole an ein Gerät gebunden sind und nur mit ihresgleichen spielen könnten, stünde Nutzern von Steam OS bzw. einer Steambox ein Ökosystem aus Spielen zur Verfügung, auf die Nutzer auch mit anderen Geräten zugreifen können.

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