Spiesser-Streit: Gericht weist Bauer-Klage ab

Der Streit schwelt fast schon länger, als die Zielgruppen, um die es geht, alt sind. Im scheinbar unendlichen Streit zwischen der Jugendzeitschrift Spiesser und dem Bravo-Verlag Bauer hat nun das Oberlandesgericht München in zweiter Instanz eine Klage des Hamburger Medienhauses abgewiesen. Die Folge: Das erstinstanzliche Verbot der Spiesser-Werbung mit IVW-Zahlen wurde wieder aufgehoben. Neben dem Auflagen-Streit geht es in dem Disput auch um die Zustimmung der Schulleiter zur Auslage der Gratis-Zeitung.

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Das Oberlandesgericht war bereits das dritte Gericht, dass sich mit dem Fall beschäftigt hat. Erst klagte Bauer in Hamburg und verlor. Dann versuchte es der Verlag noch einmal in München und bekam im Frühjahr des vergangenen Jahres Recht. Laut Bauer hat das Landgericht München geurteilt, dass es dem Jugendmagazin Spiesser fortan verboten sei, mit der von der IVW gezählten Auflage von über 700.000 Exemplaren zu werben, wenn an Schulen "Auslegestellen" bestünden, "an denen die Schüler keinen tatsächlichen Zugang zu der Zeitschrift" hätten.

Bauer hatte stets kritisiert, dass der Bravo-Konkurrent mit "nicht belegten Auflagenzahlen" werben würde und sich "damit einen Wettbewerbsvorteil im Segment der Jugendzeitschriften" verschaffen würde.
Jetzt kassierte das OLG wiederum dieses Urteil. "Heute wurde meines Erachtens erneut gerichtlich bestätigt, dass unsere Zahlen korrekt sind: Das Verbot der Werbung mit den IVW-Zahlen wurde aufgehoben", kommentiert Spiesser-Geschäftsführer Frank Haring.
Ein weiterer Aspekt der Klage ist die Frage, inwieweit Schulleiter zustimmen müssen, dass der Spiesser an ihrer Schule ausgelegt oder verteilt wird. "Heftig umstritten war, in welcher Form diese Zustimmung nachzuweisen ist. Die uns noch nicht vorliegende Urteilsbegründung wird uns hierüber sicherlich konkreten Aufschluss geben", kommentiert Haring. „Die aus dieser Frage abgeleitete Feststellung einer wettbewerbsrechtlichen Schadensersatzpflicht ist, wie Juristen wissen, von eher theoretischer Natur."
Eine Reaktion von Bauer steht noch aus.

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