Microsoft: 40 Mrd. gegen den Abwärtstrend

Steve Ballmer arbeitet weiter mit Hochdruck an seinem Vermächtnis. Auf einem Geldberg von 76 Milliarden Dollar sitzt der einst wertvollste Konzern der Welt – mehr als die Hälfte davon will Microsoft nun für neue Aktienrückkäufe zu einem unbestimmten Zeitpunkt verwenden. Zudem wird die Quartalsdividende um 22 Prozent auf 28 Cent je Anteilsschein erhöht. Aktionäre reagierten reserviert, zumal Microsoft bereits in der gleichen Höhe eigene Aktien zurückgekauft hatte. Übernahmealternativen fehlen offenbar.

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Steve Ballmer arbeitet weiter mit Hochdruck an seinem Vermächtnis. Auf einem Geldberg von 76 Milliarden Dollar sitzt der einst wertvollste Konzern der Welt – mehr als die Hälfte davon will Microsoft nun für neue Aktienrückkäufe zu einem unbestimmten Zeitpunkt verwenden. Zudem wird die Quartalsdividende um 22 Prozent auf  28 Cent je Anteilsschein erhöht. Aktionäre reagierten reserviert, zumal Microsoft bereits in der gleichen Höhe eigene Aktien zurückgekauft hatte. Übernahmealternativen fehlen offenbar.

Nach 40 Milliarden Dollar ist vor 40 Milliarden Dollar: Auf diesen einfachen Nenner lässt sich Microsofts gestrige Ankündigung zu einer neuen gigantischen Kapitalrückzahlungsmaßnahme bringen – das bisherige Aktienrückkaufprogramm wird von einem neuen Aktienrückkaufprogramm in gleicher Höhe abgelöst, das bis zu einem unbestimmten Zeitpunkt laufen soll.

Gleichfalls wurde die Quartalsdividende um 22 Prozent auf  28 Cent je Anteilsschein angehoben. "Diese Kapitalmaßnahmen spiegeln unser Bekenntnis wider, Geld an unsere Anteilseigner auszuschütten", erklärte Finanzvorstand Amy Hood. Mit jährlich 1,12 Dollar, die je Aktie ausgeschüttet werden, kommt Microsoft bei Kursen von aktuell 33 Dollar auf eine stattliche Dividendenrendite von immerhin 3,4 Prozent.

Keine Anhebung des Aktienrückkaufprogramms

Trotzdem reagierten Anleger ziemlich verhalten auf die nach Apple größte Kapitalrückzahlungsmaßnahme der Wirtschaftsgeschichte – die Microsoft-Aktie legte gestern um nicht mal ein halbes Prozent zu. Anleger hatten offenkundig mehr erwartet, nachdem der Redmonder Softwareriese beim Ende September auslaufenden Aktienrückkaufprogramm bereits 40 Milliarden Dollar aufgewendet hatte – eine Anhebung blieb also aus.

Generell gelten Aktienrückkaufprogramme als Instrument zur Kurspflege: Unternehmen entziehen dem Markt frei handelbare Aktien, was den Gewinn je Aktie damit attraktiver ausfallen lässt. Gleichfalls werden Aktienrückkäufe oft auch als Eingeständnis betrachtet, keine bessere Verwendung für die Kapitalbestände zu haben.

Potenzial für Großübernahmen beträchtlich geschrumpft

Ein größeres Übernahmeziel, wie es Microsoft 2007 mit dem 50 Milliarden-Dollar-Gebot für Yahoo anvisiert hatte, scheint in Redmond kein Thema mehr zu sein, zumal die Barbestände durch die Kapitalrückzahlungsmaßnahme auf rund 30 Milliarden Dollar zusammenschrumpfen dürften. Steve Ballmers Nachfolger als CEO hat damit weniger Übernahme-Option als der langjährige Konzernchef.

Anfang des Monats hatte Ballmer erst die Übernahme der Handysparte von Nokia angekündigt. Die Kaufpreis fiel aber mit rund 7 Milliarden Dollar relativ übersichtlich aus und lag etwa bei der Aufwendung für Skype (8,5 Milliarden Dollar).

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