P7S1 hat mehr Meinungsmacht als das ZDF

Kein anderer Medienverbund prägt die Meinung im deutschen Volk so sehr wie die ARD. Das geht aus dem MedienVielfaltsMonitor für das 1. Halbjahr 2013 der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hervor. Deren Angebote seien für 22,6 Prozent der Meinungsbildung die Grundlage. Es folgen Bertelsmann mit 13,3 Prozent, Axel Springer mit 9,0 Prozent, ProSiebenSat.1 mit 7,8 Prozent sowie das ZDF mit 7,2 Prozent. Damit entfällt auf die Angebote der Öffentlich-Rechtlichen zusammen ein Anteil von rund 30 Prozent am Meinungsmarkt.

Anzeige

Am meisten hinzugewonnen hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres der Bauer-Verlag (0,8 Prozent), am meisten verloren haben ProSiebenSat.1 (1,1 Prozent) und Bertelsmann (0,9 Prozent). Wichtigstes Medium für die Meinungsbildung bleibt unverändert das Fernsehen mit einem “Gewicht” von rund 37 Prozent. Allerdings hat die Bedeutung im Vergleich zu 2011 abgenommen, dagegen haben Internet und Tageszeitungen zugelegt. Demnach entfallen 2013 auf Tageszeitungen 23 Prozent, Radio 19 Prozent, Internet 18 Prozent und Zeitschriften 4 Prozent.

Seinen Anteil im Zeitschriftenmarkt mehr als verdoppeln könnte die Funke-Gruppe durch die Übernahme mehrerer Printtitel der Axel Springer AG von 8,1 auf 17,1 Prozent – vorausgesetzt das Bundeskartellamt stimmt der Übernahme zu. Allerdings führt der Mega-Deal zu keiner wirklichen Machtverschiebung im Meinungsgebilde. Ingesamt sind die verkauften Zeitschriften laut BLM nur für 0,8 Prozent der Meinungsbildung im Land verantwortlich. Dennoch wäre die Funke-Gruppe mit der endgültigen Übernahme der Springer-Blätter nach Bauer und Burda der drittstärkste Anbieter von Zeitschriften in Deutschland. Springer selbst würde vom ersten Rang auf Platz 5 (13,4 Prozent) zurückfallen, gleich hinter die Bertelsmann Mediengruppe mit 15,8 Prozent.

Grundlage für den MedienVielfaltsMonitor ist die repräsentative Studie "Relevanz der Medien für die Meinungsbildung", welche die BLM im zweijährigen Turnus von TNS Infratest durchführen lässt. Die Studie ermittelt, welche Gewichte die Mediengattungen Tageszeitungen, Zeitschriften, Radio, TV und Internet für die Meinungsbildung der Deutschen haben, wenn diese sich "über das Zeitgeschehen in Politik, Wirtschaft und Kultur aus Deutschland und aller Welt informieren" wollen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige