Der Spiegel und die Eskalationsstufe „Triple“

Update aus dem Hause Spiegel: Der neue Chefredakteur Wolfgang Büchner, der offiziell am 1. September in seinen Job startet, wird nun schon eine Woche früher in seinem Büro anzutreffen sein. Büchner steht massiv in der Kritik, nachdem er am Mittwoch Nikolaus Blome von der Bild-Zeitung als neuen Stellvertreter präsentiert hatte. An der Ericusspitze heißt es, die Ressortleiter des Magazins wollen Blome in der Position des stellvertretenden Chefredakteurs verhindern.

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Für Wolfgang Büchner ist es höchste Zeit, Flagge im neuen Büro und in der Spiegel-Redaktion zu zeigen. Offenbar will sich bereits am Montag eine Delegation der Ressortleiter in Bewegung setzen, um die Besetzung von Nikolaus Blome mit Büchner zu erörtern. Ihre Vorstellung könnte lauten, dass Blome "nur" Berlin-Büroleiter wird, nicht aber stellvertretender Chefredakteur. Dieser Schritt würde Büchner und Blome freilich irreparabel beschädigen.
An diesem Freitag lässt sich schwer sagen, wie der Kulturkampf ausgehen wird. Die Mitarbeiter KG um den Wortführer Gunther Latsch hat zu einer Info-Veranstaltung am Mittwoch eingeladen, eine Art vorgezogene Versammlung der stillen Gesellschafter. Die Causa Blome hat die Loyalität zur KG eher erhöht als gesenkt – allgemeiner Standpunkt im Haus ist, dass eine Ernennung Blomes vorbei an der KG nicht hingenommen werden kann. Unabhängig davon, ob die KG formal hätte zustimmen müssen. Doch da sich kein Mitglied der KG-Geschäftsführung bisher zu Wort gemeldet hat, lässt sich auch schwer überprüfen, ob sie tatsächlich nicht im Bilde über die Personalie war.
Die Redaktionskonferenz am Montag jedenfalls wird so gut besucht sein wie lange nicht. Bereits die kommende Woche könnte den Weg weisen, ob sich der Spiegel selber zerlegt, oder ob es einen Weg gibt, die Eskalation zu vermeiden. Ersteres würde bedeuten, dass sowohl Büchner wie Blome und Geschäftsführer Ove Saffe das Haus verlassen müssten. In Hamburg haben sie dafür bereits ein Wort: "Triple".

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