HuffPo verbannt anonyme Kommentare

Die Tage der anonymen Kommentare bei der Huffington Post sind gezählt. Das verkündete Arianna Huffington am Mittwoch. Ab dem kommenden Monat sollen Leser ihren vollständigen Namen angeben müssen, um ihre Meinung zu den Geschichten der HuffPo mitzuteilen. Angeblich soll es durch die Anonymität zu zahlreichen beleidigenden oder aggressiven Kommentaren gekommen sein. Wenn es nach der Gründerin der Online-Zeitung geht, sollten die Leser zu dem stehen, was sie im Internet kommentieren.

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"Die Freiheit seine Meinung mitzuteilen ist denjenigen Leuten gegeben, die dafür einstehen was sie sagen und sich nicht hinter Anonymität verstecken", zitiert die Boston Globe Arianna Huffington. "Wir müssen eine Plattform entwickeln, die Bedürfnissen eines erwachsenen Internets gerecht wird" Ein Verzicht auf Anonymität sei dabei ein wesentlicher Bestandteil – allerdings auch ein möglicher Verlust von dem, was die Seite ausmacht: den Dialog mit dem Leser. Immerhin sind seit dem Launch in 2005 rund 260 Millionen Kommentare eingegangen.
Unter einer Geschichte vom Mittwoch, in der es um Pläne zur Legalisierung von Marihuana ging, wurde beispielsweise in mehr als 1.700 Kommentaren offen über den persönlichen Gebrauch sowie über die medizinischen Vorteile von Marihuana diskutiert. Fraglich ist, ob es bei der Verwendung von Klarnamen ebenfalls zu einer solch ehrlichen Diskussion gekommen wäre.
Obwohl die Huffington Post bereits Tools zur Untersuchung von Kommentaren besäße, würden durch diverse Tricks immer mehr "Trolle" durchkommen, also Nutzer, die es nur auf Beleidigungen und das Verbreiten schlechter Stimmung abgesehen haben. Jüngste Kommentare mit Vergewaltigungs- und Todesdrohungen gegen britische Frauen hätten dann letztendlich den Ausschlag gegeben, dass die HuffPo künftig nach dem Namen der Nutzer fragen will.

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