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NSA-Affäre: Cameron soll Druck auf Guardian ausgeübt haben

Der britische Guardian fühlt sich von seiner Regierung unter Druck gesetzt: Nachdem im Juli Mitarbeiter der Tageszeitung unter Aufsicht von Geheimdienstlern Speichermedien mit Material zur NSA-Affäre zerstören mussten, steht Englands Premier David Cameron in der Kritik. Er soll die Aktion veranlasst haben, um weitere brisante Berichte über die Arbeit der Geheimdienste zu unterbinden.

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Wie der Independent in Erfahrung gebracht haben will, soll Cameron seinen den Leiter seines Cabinet Office, Jeremy Heywood, mit der Sache beauftragt haben. Der wiederum soll Kontakt zum Guardian aufgenommen haben. Kontakte aus Regierungskreisen würden den Ablauf bestätigten, heißt es. Guardian-Chef Alan Rusbridger erklärt, zwei Geheimdienstler hätten Ende Juli mit Fotos dokumentiert, wie Mitarbeiter der Zeitung im Keller des Verlagsgebäudes diverse Speichermedien mit möglicherweise belastendem Material zur NSA-Affäre mit Bohrern und Schleifmaschinen zerstörten.
Für Rusbridger war es eine "beispiellose Begegnung in der langen und schwierigen Beziehung von Presse und Geheimdiensten". Nach eigenen Angaben hätte er der Zerstörung zugestimmt, um den Geheimdiensten keine Anhaltspunkte zu geben, die zu der Verhaftung von Whistleblower Edward Snowden führen könnten. Auch wollte er damit vermeiden, dass das Material wieder zurück an die NSA oder den britischen Geheimdienst geht.

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