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Rudolf Knepper: „Ich fühle mich getäuscht“

Ex-Springer-Vorstand Rudolf Knepper hat in einem Handelsblatt-Interview bestritten, er sei persönlich für Unregelmäßigkeiten bei einer Logistiktochter von Axel Springer verantwortlich. Mit "Scheingeschäften externer Dienstleister", die dem Unternehmen "beträchtlichen Schaden" zugefügt hätten, habe er "nachweislich nichts zu tun". Dennoch habe er von seinem Amt im Aufsichtsrat Abstand genommen. Über ehemalige Mitarbeiter sagt er: "Ich fühle mich getäuscht und vor allem auch menschlich enttäuscht."

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Der ehemalige Leiter der Logistik, Markus Günther, hat Springer vor einigen Monaten verlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst Ermittlungen gegen unbekannt aufgenommen, diese aber nicht weiter verfolgt. Dagegen hatte Springer Einspruch eingelegt. Dass die Staatsanwaltschaft zunächst nicht weiter ermittele, wundere ihn, so Knepper im Handelsblatt. Mitarbeiter hätten "auf intelligente Weise kriminell gehandelt". Konkret seien nicht erbrachte Dienstleistungen und Logistikleistungen zulasten von Springer abgerechnet worden.
Knepper sagt, er sei auf die "Redlichkeit" seiner Mitarbeiter angewiesen gewesen. Persönlich habe er sich in dieser Angelegenheit nichts zu Schulden kommen lassen. Ein kleiner Fleck bleibt auf der Weste. Knepper habe einmal "privat Speditionsleistungen bezogen", dafür keine Rechnung erhalten und diese später nicht mehr angefordert. Es habe sich um einen Betrag unter 4.500 Euro gehandelt. Zu der Spekulation, in seinem Vorstandsbereich habe es möglicherweise schwarze Kassen gegeben, spricht Knepper von "absurden Spekulationen und Vorwürfen". Und auch das Handelsblatt schreibt nun, es lägen "keine Anhaltspunkte für derartige Kassen" vor.
Kneppers Verhältnis zu Springer CEO-Döpfner sei nach wie vor gut. Zum Zeitungsverkauf an die Funke Mediengruppe sagt der ehemalige Vize-Vorstandschef dann auch noch, die Entscheidung sei "absolut richtig" gewesen. Auch Unternehmensgründer Axel Springer sei ein "Erneuerer" gewesen.

MEEDIA gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt.

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