Pforzheimer Zeitung muss Honorar nachzahlen

Die Pforzheimer Zeitung muss einem freien Journalisten 47.200 Euro zuzüglich Zinsen nachzahlen. Das hat das Landgericht Mannheim entschieden. Das Blatt hatte seinem Reporter weniger Honorar gezahlt, als ihm nach den Vergütungsregeln zustand.

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Im Urteil heißt es, dass der freie Journalist eine Exklusivvereinbarung mit der Pforzheimer Zeitung getroffen hat, weshalb ihm Honorarsätze für das Erstdruckrecht zustehen. Der Kläger war von 2001 bis 2011 für die Redaktion tätig und hat Artikel geschrieben und Fotos gemacht. Aus den Unterlagen des Gerichts geht hervor, dass dem Journalisten zwischen 2009 und 2011 33 pro Zeile gezahlt wurden. Pro Bild erhielt er Beträge von elf Euro, rund 20 Euro und 27,50 Euro. In bestimmten Fällen wurden dem Journalisten pauschal zwischen 20 und 150 Euro Honorar gezahlt.
Grundlage des Urteils sind die von Zeitungsverlagen und Journalistenverbänden gemeinsam getroffenen Vergütungsregeln aus dem Jahr 2010. Demnach seien Zeilenhonorare zwischen 0,62 und 0,68 Euro angemessen, so das Gericht. Für Reportagen müsse mehr gezahlt werden, gleiches gilt für Bild-Beiträge. Insgesamt stehen dem Kläger rund 20.300 Euro Zeilenhonorar, knapp 14.800 Euro Bild- und fast 9.000 Euro Pauschalhonorar zu.
Es ist der dritte Fall innerhalb kurzer Zeit, in der eine Zeitung freien Mitarbeitern Honorare nachzahlen muss. Im Juli hatte das Landgericht Köln entschieden, dass der Bonner Generalanzeiger zwei freien Mitarbeitern Honorare von insgesamt fast 50.000 Euro nachzahlen muss.
Der Deutsche Journalistenverband (DJV) begrüßt das Mannheimer Urteil und empfiehlt den Verlagen, die Gerichtsurteile ernstzunehmen. "Es ist billiger, nach den Vergütungsregeln zu honorieren als von Gerichten dazu verurteilt zu werden", so DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Gerichtskosten und Imageschäden würden die Verlage andernfalls mehr kosten.
Die Pforzheimer Zeitung war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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