Stern-Verlagsboss Lindner verlässt G+J

Thomas Lindner, Verlagsgeschäftsführer der wichtigsten Gruner+Jahr-Marke stern, verlässt den Hamburger Baumwall. Auf eigenen Wunsch, wie Lindner betont: "Es klingt wie eine Floskel, aber tatsächlich freue ich mich auf neue Herausforderungen." Seinen Job als Chef der Verlagsgruppe G+J Agenda (stern, Geo, Art) sowie die Leitung des Münchner Standorts (u.a. P.M.) übernimmt Verlagsleiter Frank Stahmer. Nach Olaf Conrad (DPV) geht ein weiterer Manager, der G+J lange und gut kennt.

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Noch in diesem Jahr stehen Veränderungen am Baumwall an. Die neue Vorstandschefin Julia Jäkel wird das Verlagshaus umstrukturieren – wie genau die Struktur aussehen wird, ist noch unklar. Lindner, der den Baumwall und seine Innereien ausgezeichnet kennt, soll an diesem Umbau beteiligt gewesen sein, ebenfalls sei er als "exzellenter Medienmanager (G+J-Vorstand Stephan Schäfer) in der neuen Aufstellung gesetzt gewesen. Sein Nachfolger Stahmer übernimmt nun die Leitung der Verlagsgruppe und des Standorts, offenbar aber nicht Lindners bisherigen Titel – auch ein Hinweis auf die anstehenden Umbauten.
"Wir hätten diesen gemeinsamen Weg gerne fortgesetzt", sagt Schäfer über die Entscheidung Lindners, G+J den Rücken zu kehren. Schließlich war Lindner neben Jäkel noch Ende 2011 als eine Art "Super-Manager" aufgebaut worden, der wie seine Kollegin mehr Titel und damit Verantwortung übernahm. Doch das waren noch die Zeiten, als Bernd Buchholz Vorstandschef bei G+J war, Jäkel eine gleichberechtigte Kollegin Lindners und Stephan Schäfer ein Multi-Chefredakteur u.a. von Schöner Wohnen und Essen&Trinken. 
Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach 15 Jahren bei einem Unternehmen auch mal Wechsel anstehen. Gleichzeitig werden bei G+J gerade Gedanken gewälzt, wie sich das Haus in Zukunft aufstellen muss. Mit Julia Jäkel und Stephan Schäfer stehen zwei noch frische Vorstände an der Spitze. Mit Stan Sugarman gibt es einen Digitalchef, der vermutlich auch ganz eigene Vorstellungen darüber hat, wie sich die Marken des Unternehmens digital präsentieren sollen. Mit anderen Worten: Der Zeitpunkt für einen Wechsel ist gut. Auch wenn ein weiterer Teil vom "alten" G+J nun mit Lindner verloren geht. 

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