taz behandelt Sportfotos wie Anzeigen

Für eine gute PR-Aktion ist die taz immer zu haben: Am heutigen Freitag startet die Fußball-Bundesliga in ihre neue Saison. Fast schon traditionell wird der Anstoß in die Spielzeit mit einem gigantischen Werbefeuerwerk von Sponsoren und Medien, die für ihre Dienstleistungen und neue Angebote werben, begleitet. Das will die taz nun konterkarieren und verschickt für eine Woche Anzeigen-Rechnungen an die Unternehmen, die auf der Brust von Fußballteams werben und die auf Sportfotos in der Zeitung zu sehen sind.

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Für ihre neue Idee setzen die Berliner sogar ihre zwei Jahre alte Anti-Werbe-Kampagne in ihrem Ressort für „Leibesübungen“ aus. Seitdem pixelt die Redaktion auf allen Sportfotos, die Online und in der Print-Ausgabe zu sehen sind, die Werbeschriftzüge und Logos auf den Trikots und Trainingsjacken.

Jetzt geht die taz einen Schritt weiter und behandelt „Sportfotos wie Werbeanzeigen“. Dem jeweiligen Werbepartner der Sportler und Vereine wird eine Rechnung zugeschickt. „Zugrundegelegt werden dabei die üblichen Anzeigenpreise der taz“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Grundsätzlich sind die Berliner der Meinung, dass sich mit den Werbedeals auf Sporttrikots eine „Werbepiraterie von Firmen“ eingebürgert hätte, „die sich das leisten können", erklärt Andreas Rüttenauer, der 2011 die Pixel-Aktion mit taz-Sportredakteur Markus Völker gestartet hatte.

Nach Meinung der Zeitungsmacher sei die Verpixelung mittlerweile zu einem Markenzeichen des Ressorts geworden. Immerhin sei die Sportredaktion der Meinung, dass parasitäre Werbung im Sportteil einer Zeitung nichts zu suchen hätte. "Das ist nicht nur widersinnig, das widerspricht auch ökonomischen Grundsätzen", erläutert Völker. "Wären Unternehmen wie Bayer, Adidas oder Siemens bereit, in Firmenblättern, auf Kongressen oder anderswo kostenlos Werbung für die taz zu machen? Eben."

Bereits zum Start der Pixel-Aktion wurde die taz dafür kritisiert, dass solche Aktionen die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der Vereine gefährden würde. Nur durch das Engagement der Sponsoren ist es vielen Klubs überhaupt möglich, sich besonders gute Spieler zu leisten. Andererseits: Wegen der taz-Verpixelung verzichtete kein Werbepartner auf einen Deal mit einem Bundesligaverein. So setzt die taz-Aktion also lediglich ein Zeichen und bleibt eine originelle PR-Aktion – für die taz.

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