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So bunt wird das neue Billig-iPhone

Nachdem ein Mitarbeiter 2010 einen Prototypen des iPhone 4 verlor und Gizmodo, wo die Bilder gezeigt wurden, daraufhin weltbekannt wurde, war die ehemals strikte Geheimhaltung Apples dahin. Beim iPhone 5 ließen unzählige Bilder von Bauteilen vorab erahnen, wie das Smartphone aussehen würde. Beim kommenden “iPhone Lite”, auch “iPhone 5C” oder - weniger schmeichelhaft - "Billig iPhone" genannt, ist es nicht anders. Wenn CEO Tim Cook im Herbst die nächste iPhone-Generation vorstellt, kann er kaum Neues präsentieren.

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Wie sieht es aus? Was kann es? Wie teuer wird es? Das sind die Kernfragen, die jeder Technik-Redakteur an ein Produkt stellt, über das er berichten will. Etwas überspitzt formuliert könnte man die Artikel für das vermeintliche Billig-iPhone von Apple schon jetzt schreiben. Denn zumindest auf die ersten beiden Fragen gibt es schon ausreichend Antworten. Aber der Reihe nach.

Das Apple-Smartphone als Lollipop-Edition: mögliche Rückseiten des iPhone 5C

Wie soll es aussehen? Bunt. Designtechnisch soll sich das “iPhone Lite” deutlich am iPod touch orientieren. Zuvor hatte der Twitter-Account @sonnydickson mehrere Fotos veröffentlicht, die angeblich die Rückseite des iPhone 5C zeigen. Sollten die fotografierten Bauteile echt sein, würde Apple sein nächstes Smartphone in mindestens fünf verschiedenen Farben anbieten. Zur Auswahl stünden Rot, Gelb, Weiß, Blau und Grün. Am häufigsten war in den vielen Leaks bislang das weiße Gehäuse zu sehen, zuletzt sogar mit den typischen Zertifikatsstempel, die auf der Rückseite jedes Smartphones zu sehen sind. Am Wochenende war das Modell zudem erstmals in einem Video zu sehen.
Apple bleibt laut Berichten seinem Formfaktor auf der Vorderseite treu, setzt aber auf der Rückseite auf Plastik. Das ist günstiger als Aluminium und lässt sich einfacher einfärben als beim aufwändigen Eloxierverfahren für metallische Oberflächen. Die Ecken sind bei diesem Modell zudem leicht abgerundet. Alles in allem dürfte sich das “iPhone 5C” mit seiner Polycarbonat-Hülle und dem abgerundeten Kanten griffiger anfühlen als das iPhone 5. Wertiger allerdings wohl kaum.
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Ob das Billig-iPhone tatsächlich “iPhone 5C” heißen wird, ist noch unklar. Zuvor kursierten Namen wie “iPhone Lite” oder “Budget-iPhone”. Doch vor wenigen Tagen tauchte ein Bild von Verpackungen für ein solches “iPhone 5C” auf. “C” soll hierbei für “Color”, also Farbe, stehen. Wie der Technikblog Phone Arena berichtet, firmiert das Gerät bei Apple unter zwei Code-Namen: Zenvo und Zagato/Bertone. Damit gemeint sind zwei unterschiedliche Modelle, eines für den chinesischen Markt mit seinem eigenen Funknetz und ein weiteres Gerät für den Rest der Welt.
Auch bei den Spezifikationen scheint sich die Techpresse angesichts der vielen Vorab-Veröffentlichungen von Bauteilen und Fotos einigermaßen sicher zu sein: Demnach soll das Gerät über eine über eine Kamera mit fünf Megapixeln Auflösung, einen Dual-Core-Prozessor und ein Gigabyte Arbeitsspeicher sowie LTE-Unterstützung verfügen. Das "Zenvo"-Modell verfügt Berichten zufolge über einen Dualcore-Prozessor von Samsung und ein Gigabyte Arbeitsspeicher sowie 4G und Bluetooth 4.0. Das iPhone "Zagato/Bertone" unterstützt demnach TDD 4G LTE und besitzt einen schnelleren Prozessor. Long-Term Evolution Time-Division Duplex, kurz LTE TDD, ist der chinesischer Mobilfunkstandard für schnelle mobile Datenübertragung. Wie mehreren Berichten zu entnehmen ist, soll das Display bei beiden Modellen über eine Bildschirmdiagonale von vier Zoll verfügen. Wie schon beim iPhone 5 und den neuen iPads wird Apple auch beim "iPhone Lite" auf den Lightning-Anschluss setzen.

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Fake oder nicht? Blogs sind sich sicher, dass Apple das Gerät "iPhone 5C" tauft

Eine Preistabelle wurde bislang nicht geleakt. Allerdings gehen Analysten davon aus, dass das vermeintliche Billig-iPhone nicht gerade billig wird. Dieser Einschätzung liegt der Fakt zugrunde, dass sich die Techpresse schon beim iPad mini ordentlich verschätzte. Mit mindestens 329 Dollar Marktpreis lag das Gerät weit über den Schätzung von 200 bis 250 Dollar. So gehen Analysten von J.P Morgan davon aus, dass Apple das Billig-iPhone eher zu Preisen zwischen 350 und 400 Dollar anbieten wird. Bleibt Apple seinem Keynote-Rhythmus treu, stellt CEO Tim Cook das neue iPhone Ende September bzw. Anfang Oktober vor. Genauere Angaben zum Vorstellungstermin gibt es noch nicht.
Bleibt die Frage: Warum kann oder will Apple seine Produkte nicht mehr geheimhalten? Ist die Zeit der großen Überraschungen tatsächlich vorbei? Offensichtlich ja. Denn um die große Nachfrage nach seinen Produkten bedienen zu können, muss Apple nicht nur viele Monate im Voraus produzieren lassen. Wie groß die Nachfrage ist, ließ sich beim Launch des iPhone 5 im Herbst 2012 beobachten. Nach nur drei Tagen hatte Apple rund fünf Millionen neue Smartphones verkauft. Viele Kunden mussten teils Wochen auf ihr Gerät warten.

Zudem ist der Konzern aus Cupertino auf viele Zulieferer angewiesen, die die Komponenten für iPhone, iPad und Co. liefern. Firmen wie Foxconn und Pegatron beschäftigen Hunderttausende, um die Produkte in der gewünschten Zeit zu liefern. Dafür fordern sie von der Belegschaft Überstunden ein, zahlen aber vergleichsweise schlecht. Für Blogger und Tech-Redakteure sind die Mindestlöhner ein unerschöpflicher Fundus an Quellen. Apple kann da wenig ausrichten. Auch wenn der Konzern in den eigenen Reihen weiterhin verschwiegen ist und Gerüchte nicht kommentiert, ist die Zeit der großen Überraschungen längst vorbei. Oder anders formuliert: Apple ist Opfer seines eigenen Erfolgs.

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