Heiße Personalien und Nickeligkeiten

Beim manager magazin ging es diese Woche nicht nur wegen der Temperaturen ganz schön heiß her. Der langjährige Chefredakteur Arno Balzer wurde gefeuert, der Nachfolger Steffen Klusmann schon offiziell bekanntgegeben. Nebenan beim Spiegel tüftelt Cordt Schnibben gerade an einem Digital-Projekt in Snowfall-Manier zum Thema Zeitungssterben - und löste prompt eine Mini-Honorar-Debatte aus. Und Kai Diekmann stichelte mal wieder gegen seine Lieblingsfeinde von der SZ.

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manager-magazin-Chef Arno Balzer wurde diese Woche hochkant rausgeschmissen. Am Mittwoch trudelte um 11.39 Uhr die entsprechende Pressemitteilung des Verlags ein, in der die Worte “hochkant” und “rausgeschmissen” allerdings fehlten. Komisch. Um 11.44 Uhr meldete die DJV-Zeitschrift journalist dann einigermaßen aufgekratzt und ganz investigativ via Twitter:

Exklusive Personalmeldungen sind heutzutage wirklich ein sehr flüchtiges Gut.

Lange dauerte es nicht, bis der Nachfolger für den geschassten Balzer offiziell verkündet wurde. Steffen Klusmann, Digital-Vize beim stern stand Gewehr bei Fuß. Spiegel- und mm-Geschäftsführer Ove Saffe verkündete die Neubesetzung nur einen Tag nach Balzers Rauswurf. Für Klusmann fand er in der dazugehörigen PM lobende Worte: "Ich freue mich, dass wir mit Steffen Klusmann einen erfahrenen Blattmacher und ausgewiesenen Online-Experten im Bereich der Wirtschaftsmedien gewinnen konnten, der die publizistische Zukunft der Medienmarke manager magazin – gedruckt und digital – erfolgreich gestalten wird." Was man halt so sagt als Medienmanager. Der frühere FTD-Chef Klusmann ist bestimmt ein hervorragender Wirtschaftsjournalist. Aber warum wird er immer wieder als “ausgewiesener Online-Experte” bezeichnet. Die FTD war digital ja nicht so ganz weit vorne. Und in seiner kurzen Zeit als stern-Mann fürs Digitale hat er nach außen zumindest keinen Eindruck hinterlassen. Und bei Twitter ist er nach wie vor auch nicht aktiv. Sollte für einen “ausgewiesenen Online-Experten” doch heute eigentlich dazugehören – oder nicht?

Spiegel-Reporter Cordt Schnibben kümmert sich seit einiger Zeit auch so ein bisschen um digitales Zeug. Er entwickelt beim Spiegel eine so genannte “Multi-Story”, bei der die Geschichte auf vielen verschiedenen Kanälen erzählt werden soll. Als Thema hat sich Schnibben ausgerechnet die Zeitungskrise ausgesucht. Wir Medienmenschen lieben halt die Nabelschau. Und prompt gab es auch schon eine Mini-Debatte um Debattenbeiträge für das Projekt. U.a. Daniel Bröckerhoff und Thomas Knüwer wurden für Meinungsbeiträge für das Projekt angefragt, ein Honorar wollte der honorige Spiegel aber lieber nicht zahlen. Motto: Meinung gibt’s gratis. Knüwer und Bröckerhoff machten das im Web und bei Twitter öffentlich und schwups gibt es plötzlich doch ein Honorar von 250 Euro für Daniel Bröckerhoff. Öffentlichkeit wirkt.

SZ-Chefredakteur Kurt Kister mokierte sich jüngst über den Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften durch die Axel Springer AG. Bild-Chef Kai Diekmann lässt so etwas ungern unkommentiert. Auf Twitter zeigte er diese Woche eine Meldung der SZ in eigener Sache, dass die wöchentliche Seite “Digitale Wirtschaft” abgeschafft werde, weil die Begrenzung von Berichterstattung über Digital-Themen auf den Wochenrhythmus heute unsinnig sei. Diekmanns Kommentar:

Vielleicht lieben sie sich ja doch bei der SZ und der Bild. Es heißt ja: Was sich liebt, das neckt sich.

Schönes Wochenende!

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