MA: Lichtblicke bei den Regionalzeitungen

Publishing Bei der Veröffentlichung neuer Auflagen- oder Leserzahlen von Tageszeitungen muss mittlerweile immer mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Die neuesten Zahlen der Reichweitenstudie ma bieten aber überraschend viele Lichtblicke - vor allem bei den Regionalzeitungen. So gewannen Titel wie die Neue Westfälische, Die Rheinpfalz, Volksstimme oder die HNA zigtausende Leser hinzu. Nach unten geht es hingegen bei den Überregionalen Blättern und bei den meisten regionalen Boulevardzeitungen.

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Zunächst aber der Blick auf das erfreulichste Zeitungssegment – das der Wochen- und Sonntagszeitungen. Keiner der drei von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse agma ausgewiesenen Titel blieb hier unter dem Ergebnis der vorigen ma aus dem Januar. Die Welt blieb genau bei der damaligen Leserzahl, Die Zeit gewann 80.000 neue Leser hinzu und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung sogar 90.000 bzw. 12%.

Während die Zahlen dieser drei Blätter im Rahmen der ma Pressemedien zweimal jährlich ermittelt werden, erscheint die ma Tageszeitungen, deren Daten wir nun zeigen, nur einmal pro Jahr. Die folgenden Vergleiche beziehen sich also jeweils auf das Vorjahr.

Sehr rot sieht es hier bei den überregionalen Tageszeitungen aus. Keins der sechs Blätter konnte seine Reichweite gegenüber 2012 steigern, am glimpflichsten kam noch das Handelsblatt mit einem Minus von 10.000 davon. Die Bild büßte 4,8% ein, SZ und FAZ 3,4% und 6,4%, Die Welt sogar 8,1%. Dramatisch nach unten gefallen ist hingegen die Reichweite der taz: 80.000 Leser hat die Zeitung laut ma verloren – ein heftiges Minus von 21,1%. Relativ unerklärlich wird diese Zahl, wenn man bedenkt, dass die verkaufte Auflage der taz seit Jahren sehr stabil ist. Auch diesmal wird die ma also wieder für Diskussionen sorgen.

Deutliche Verluste sind auch bei den meisten regionalen Boulevardzeitungen zu beobachten. Wie auch bei der verkauften Auflage gehören sie auch bei den Leserzahlen zu den größten Absteigern. So büßte der Express – mit 530.000 Lesern pro Ausgabe dennoch weiter die Nummer 1 – 10,2% ein, die B.Z. 13,0%, der Berliner Kurier 11,8%, die Morgenpost für Sachsen 10,7% und die tz aus München sogar heftige 23,5%. Leicht nach oben ging es sogar für die Hamburger Morgenpost – in diesem Markt ein beachtlicher Erfolg. Noch stärker gewachsen ist die Münchner Abendzeitung – nämlich um 20.000 Leser bzw. heftige 9,4%.

Auch bei den regionalen Abozeitungen dominieren zwar die Minuszeichen, doch angesichts der Tatsache, dass die Auflagen ohne Sondereffekte bei allen großen Titeln sinken, sind die über zehn Gewinner bei den Titeln und Vermarktungskombis mit mehr als 400.000 Lesern schon ein Erfolg. Im ersten Teil unserer alphabetischen Übersicht konnte die Braunschweiger Zeitung beispielsweise 7,7% hinzu gewinnen, die HNA 6,6% und die Mediaregion Ruhrgebiet/Westfalen (u.a. Ruhr Nachrichten, Münstersche Zeitung" 1,3%.

Andere Titel hatten nicht so viel ma-Glück, sie verloren zum Teil mehr als 10 ihrer Leser – und das in nur 12 Monaten. So ging es für das Duo Augsburger Allgemeine und Allgäuer Zeitung um 10,8% nach unten, für den Bremer Anzeigenblock (Weser Kurier) um 11,5%. Hier ging allerdings das Delmenhorster Kreisblatt abhanden, das stattdessen nun Teil der Nordwest-Zeitung/Zeitungsregion Nordwest ist. Die Leipziger Volkszeitung verlor 10,9% und das Hamburger Abendblatt 11,9%. Nur knapp unter der 10%-Marke blieb die Rheinische Post mit einem Reichweitenverlust von 9,7%.

Noch viel mehr Gewinner gibt es im zweiten Teil der Übersicht: Zehn der Titel und Kombinationen legten zu. Die Nürnberger Nachrichten und die Nürnberger Zeitung gewannen 5,3% hinzu, Die Rheinpfalz 7,1%, die Volksstimme 7,5% und die Zeitungsgruppe Neue Westfälische sogar 12,5%. Das 51%-Plus von RheinMainMedia ist hingegen auf einen Sondereffekt zurückzuführen: Die Frankfurter Rundschau wird nicht mehr einzeln, sondern nach dem Verkauf erstmals als Teil der Vermarktungsgemeinschaft ausgewiesen. Ebenso das 6,3%-Plus der Nordwest-Zeitung/Zeitungsregion Nordwest, zu der nun auch das Delmenhorster Kreisblatt gezählt wird. Mehr als 10% verloren hat hier nur die Südwest Presse, 8% und mehr aber auch noch die Zeitungsgruppe Rhein-Neckar, die Zeitungsgruppe Thüringen und die Saarbrücker Zeitung.

Eine gesonderte Analyse zu den neuesten Reichweiten der Publikumszeitschriften lesen Sie an dieser Stelle.

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