Au revoir, Print: Springer verkauft PGP

Erst Hamburg, jetzt Paris: Der Springer-Verlag trennt sich von großen Teilen seines Frankreich-Geschäfts, berichtet new business. Wie schon Anfang Juli spekuliert, verkaufen die Berliner den Zeitschriften-Verlag Publications Grand Public. Käufer ist Reworld Media mit Sitz in Paris. Bei PGP erscheinen Frauenzeitschriften wie Vie Pratique Féminin und TV-Titel wie Télé Magazine. Damit trennt sich der Verlag auch im Ausland vom Print-Geschäft und fokussiert seine Aktivitäten auf die digitalen Angebote.

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Die Mehrheit in Frankreich hält Springer weiterhin an den Portalen der aufeminin-Gruppe, an der Immobilienplattform Seloger und dem Werbevermarkter Zanox. Seloger ist mit über einer Million Anzeigen der Marktführer in Frankreich. Anfang 2011 übernahm Springer die Mehrheit für rund 461,62 Millionen Euro. Seloger.com betreibt insgesamt sechs Immobilien-Websites und hat auch einen Ableger in Großbritannien. Aufeminin.com ist seit Jahren Marktführer unter den europäischen Frauenportalen und kaufte sich im August 2011 in England mit Netmums.com die Marktführerschaft.
PGP setzte im vergangenen Jahr mit seinem Portfolio aus Frauen-, TV- und Kochzeitschriften rund 27 Millionen Euro um. Reworld hatte zuvor bereits die Marie France übernommen. Nach den Stammmärkten Frankreich und Spanien ist Reworld Media bereits in Belgien, Großbritannien und Italien aktiv. Zuletzt kündigte der Verlag auch die Expansion nach Asien an.

Wie viel Springer für seine Anteile bekommt, ist unklar. Gut möglich, dass die Berliner das frische Kapital weiter zur Expansion im europäischen Rubrikenmarkt nutzen. Dass man sich noch nicht ganz vom Printgeschäft trennen will, belegt zumindest ein Joint-Venture mit Mondadori, über das Springer mehrere Automobilwebseiten und die Autozeitschrift Auto Plus verlegt.

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