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Q2-Bilanz Amazon verliert wieder Geld

Amazon macht weiter keine Anstalten, ernsthaft Geld verdienen zu wollen. Für das abgelaufene zweite Geschäftsquartal wies der nach Google zweitwertvollste Internetkonzern der Welt einen Verlust von 7 Millionen Dollar aus. Nach Einschätzung von CEO Jeff Bezos könnte sich das Minus im laufenden Quartal wegen aggressiven Investitionen sogar auf 440 Millionen Dollar ausweiten. Die Umsätze ziehen allerdings weiter zweistellig an. Anleger zeigen Nachsicht und strafen die Amazon-Aktie nur leicht ab.

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Amazon macht weiter keine Anstalten, Geld verdienen zu wollen. Für das abgelaufene zweite Geschäftsquartal wies der nach Google zweitwertvollste Internetkonzern der Welt einen Verlust von 7 Millionen Dollar aus. Nach Einschätzung von CEO Jeff Bezos könnte sich das Minus im laufenden Quartal wegen aggressiven Investitionen sogar auf 440 Millionen Dollar ausweiten. Die Umsätze ziehen allerdings weiter zweistellig an. Anleger zeigen Nachsicht und strafen die Amazon-Aktie nur leicht ab.

Es bleibt dabei: Jeff Bezos kann die aggressivste Wette der Internetbranche weiter unbeschadet fortsetzen – die Wall Street stellt Amazon nach wie vor einen Blankoscheck aus. Der Amazon-Gründer, der seine ersten Sporen tatsächlich an der Wall Street verdiente, gibt den Anlegern, was an der Börse mitunter noch wichtiger ist als eine hochprofitable Bilanz: ein gutes Gefühl.

Der charismatische Internet-Unternehmer mit der notorisch lauten Lache, kann inzwischen sogar die Sehnsucht nach der Aura des verstorbenen Steve Jobs ausfüllen: Wie wohl kein anderer Manager im Silicon Valley erzeugt Bezos in seinen Keynotes jene Aufbruchsstimmung, für die Jobs bekannt war. Weil Bezos bewiesen hat, dass er liefern und Geld verdienen kann, wenn es darauf ankommt, lässt die Wall Street Amazon weiter gewähren.

Die Rechung geht folgendermaßen: Solange die Erlöszuwächse die Wall Street-Erwartungen treffen oder übertreffen, haben die Gewinne bei Amazon bestenfalls symbolischen Charakter. Die Hypothese lautet: Bei Umsätzen von mehr als 50 Milliarden Dollar im Jahr kann Amazon irgendwann beliebig an der Gewinnschraube drehen.

Ausblick: Verluste weiten sich aus

Dieses Motto galt auch im abgelaufenen zweiten Quartal des Geschäftsjahres, in dem Amazon mit Umsätzen von 15,7 Milliarden Dollar die Analystenschätzung exakt traf. Gewinne? Wie oberflächlich! Jeff Bezos leistete sich den Luxus, stattdessen sogar einen Verlust in Höhe von 7 Millionen Dollar oder 2 Cent je Aktie auszuweisen. Dabei hatten die Konsensschätzungen noch bei einem Gewinn von 6 Cent je Aktie gelegen.

Im laufenden Quartal soll das Minus wegen steigenden Investitionen dann sogar in einer Spanne von 65 bis 440 Millionen Dollar ansteigen. Für das laufende Quartal stellte Amazon eine vage Erlösspanne von 15,45 bis 17,15 Milliarden Dollar in Aussicht, während die Wall Street-Erwartungen mit 16,97 Milliarden am oberen Ende lagen.

Entsprechend reagierten Anleger nicht gerade begeistert, aber doch nachsichtig auf das neue Zahlenwerk und den Ausblick: Die Aktie gab nachbörslich nur um zwei Prozent auf 296 Dollar nach und notiert damit  lediglich vier Prozent unter den Allzeithochs.

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