Die Schlacht der Bundesliga-Sonderhefte

Publishing Wohl nie gab es in der Fußball-Sommerpause einen solchen Fight am Kiosk: Gleich zehn Bundesliga-Sonderhefte kämpfen derzeit um die Fans: Vom Klassiker des kicker über Sport Bild, Bravo Sport, kleinere Anbieter bis hin zu 11 Freunde und TV Movie, das erstmals auch ein eigenes Heft am Start hat. Doch welche der zehn Titel taugen etwas? Und welche sind ihr Geld nicht wert? MEEDIA hat sich alle genau angeschaut und getestet - das Ergebnis gibt es in einem zweiteiligen großen Artikel.

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Für unseren Test der zehn Sonderhefte haben wir ein Kategoriensystem entwickelt. Für alle zehn Titel werden in sieben Kategorien Punkte vergeben:

Aktualität: Wichtig für Magazine, die Begleiter in einer gesamten Saison sein wollen: Wie aktuell sind die Informationen – insbesondere, was Transfers anbetrifft? Fehlen viele wichtige Spielerwechsel wegen frühem Redaktionsschluss?

Infos + Analyse: Wie stark sind die Mantelteile, also die Artikel und Analysen abseits der reinen Team-Vorstellungen? Gibt es journalistische Qualität? Oder Altbekanntes mit Plattitüden? Und? Wie informativ sind die Statistikteile?

Teams: Das Kernstück eines Sonderheftes sind die Vorstellungen der Mannschaften für die neue Saisons. Gibt es Mannschaftsfotos, Porträtfotos der Spieler, umfangreiche Infos und Statistiken zu den Kickern?

Gimmicks: Welche Beilagen enthält das Sonderheft? DVDs? Poster? Oder gar nichts?

Experten: Werden aktuelle Trainer und Spieler interviewt? Kommen ehemalige Stars und Coaches zu Wort? Und wenn ja, lohnt das Lesen auch?

Unterklassen: Welchen Platz gönnt das Heft der 2. und 3. Liga? Oder werden Fans eines unterklassigen Teams enttäuscht?

Preis/Leistung: Der Gesamteindruck kombiniert mit dem Preis: Ist das Sonderheft sein Geld wert? Oder viel zu teuer, für das, was es bietet?

Die drei ersten Kategorien (Aktualität, Infos und Analyse, Teams) erachten wir als besonders wichtig, daher werden die hier erhaltenen Punkte für die Gesamtwertung verdoppelt. Insgesamt ergibt sich somit eine maximal zu erreichende Punktzahl von 100.

Im ersten Teil unseres großen Tests nehmen wir die Sonderhefte von Anpfiff, Bundesliga Spezial, Fußball Live, Sport Bild und kicker unter die Lupe. Teil 2, der am Freitag bei MEEDIA erscheint, widmet sich Bravo Sport, TV Movie, sport1, New Sport und 11 Freunde. Aber genug der Vorrede – los geht’s:

Anpfiff
Verlag: OZ Verlag
Chefredakteur: Fred Wipperfürth
Erschienen am: 26. Juni 2013
Preis: 3,90 Euro
Umfang: 100 Seiten

Aktualität:
Das Anpfiff-Magazin zur Bundesliga-Saison erscheint traditionell bereits Ende Juni. Vorteil für den Verlag: Man liegt als erstes am Kiosk, erreicht die Fans, die vor lauter Vorfreude auf die neue Saison nicht auf kicker & Co. warten wollen. Der große Nachteil: Die Spielerkader der Teams sind vollkommen inaktuell. Bei "Anpfiff" spielen Leute wie Thiago, Mkhitaryan oder Aubemeyang nicht bei ihren neuen Clubs FC Bayern bzw. Borussia Dortmund, dafür sind aber Leute wie Mario Gomez oder André Schürrle noch in der Bundesliga. Für Fans, die sich ein Sonderheft auch kaufen, um es ins Regal zu legen und nach Jahren in Erinnerungen zu schwelgen, verheerend. Die Headline "Alle Deals der Liga" über einer 4-Seiten-Strecke mit Transfers wirkt da wie Realsatire. Natürlich kann ein Sonderheft, das vor der Saison erscheint, nicht alle Wechsel präsentieren, da die Transferperiode erst Ende August endet, es sollte aber wenigstens möglichst kurz vor dem Saisonbeginn an den Kiosk kommen. Für Anpfiff in dieser Kategorie 2 von 10 Punkten.

Info und Analyse:
Die Analysen zur neuen Saison sind ordentlich, wenn auch nicht umfangreich. Ein Artikel zur Entwicklung der Liga im europäischen Fußball, jeweils einer zum Titelkampf, zum Fight um die europäischen Ränge und zum Abstiegskampf, das war’s. Geschrieben sind die Artikel solide, für Fans aber überraschungsfrei. Der Statistikteil am Ende des Hefts bietet viele Tabellen und Rankings zur abgelaufenen Saison 2012/13, die ewige Bundesligatabelle und Übersichten zu allen Meistern, den Rekordspielern, -torschützen, etc. Praktisch: der kompakte Terminplan für alle Spieltage der drei Top-Ligen, der europäischen Wrettbewerbe und der Länderspiele auf einer Magazin-Seite. Insgesamt 5 von 10 Punkten.

Teams:
Das Herzstück des Sonderheftes, die Vorstellung der Teams und Kader für die neue Saison, besteht aus einer Tabelle mit den Spielern, inklusive Infos wie Spiele, Tore, Nationalität, Geburtstag, usw. Dazu gibt es jeweils einen Analyse-Artikel plus Prognose (Top-Favorit, Abstiegskampf, etc.), sowie andere Basis-Informationen zum Verein, Stadion, Trainer. Mannschaftsfoto oder wenigstens Porträts der Spieler fehlen leider komplett. Insgesamt solide 5 von 10 Punkten.

Gimmick:
Keine. 0 von 10 Punkten.

Experten:
Ein Interview mit Olaf Thon, der sich immer wieder gern und überall äußert – und Plattitüden wie "Die Trauben beim FC Bayern hängen so oder so hoch, und jeder erwartet im nächsten Jahr mindestens die Deutsche Meisterschaft" von sich gibt. Außerdem ein Interview mit Friedhelm Funkel, das interessanter ist, weil Funkel aus der Praxis kommt. Beide Gespräche sind aber nur eine Seite lang, daher nicht mehr als 3 von 10 Punkten.

Unterklassen:
Die Clubs der 2. Liga bekommen jeweils eine Seite mit Kader-Tabelle, Wechselbörse und einer Kurzanalyse – ebenfalls ohne Mannschafts- oder Spielerfotos. Der 3. Liga widmet Anpfiff insgesamt drei Seiten, auf denen der Schwerpunkt aber auf den finanziellen Problemen einiger Clubs liegt – und nur am Ende um die Aussichten auf die neue Saison. Insgesamt besser als nichts – 5 von 10 Punkten.

Preis/Leistung:
Mit 3,90 Euro für 100 Seiten ist das Anpfiff-Heft nicht teuer, es gibt für wenig mehr Geld aber auch ganz andere Magazine. 5 von 10 Punkten.

Gesamtwertung: 37 von 100 Punkten

Bundesliga Spezial
Verlag: OZ Verlag
Chefredakteur: Fred Wipperfürth
Erschienen am: 3. Juli 2013
Preis: 2,50 Euro
Umfang: 52 Seiten

Aktualität:
Das Bundesliga-Spezial-Magazin ist ein Ableger von Anpfiff, was auf dem Titel auch offen kommuniziert wird. Es ist ein paar Tage später als Anpfiff erschienen, auch der Datenbestand in den Kadern ist dadurch einen Tick aktueller. Deswegen: ein Punkt mehr – 3 von 10 Punkten.

Info und Analyse:

Auch hier ist Bundesliga Spezial eine Sparversion von Anpfiff. Der Artikel zur Entwicklung der Bundesliga fehlt, die Texte zum Titel- und Abstiegskampf wurden von drei auf zwei Seiten gekürzt, bestehen ansonsten aber aus den gleichen – nur eben kürzeren – Texten. Der Statistikteil am Ende des Heftes besteht nur noch aus den Rankings zur Saison 2012/13, der praktische Terminplan ist – an anderer Stelle – immerhin noch enthalten. 3 von 10 Punkten.

Teams:
Auch hier wurde kräftig gespart: Nur noch die Top-Teams aus München, Dortmund, Leverkusen und Schalke bekommen eine Doppelseite, der Rest der Liga jeweils nur eine Seite. Zum Opfer gefallen sind dem Kürzen neben der Hälfte der Analyse auch die Infos zum Stadion, Rekorde, die Bilanz der Vorjahre. Die Saison-Prognose wurde ebenfalls stark gekürzt. Für Fans der Clubs außerhalb der Top 4 zu wenig. 3 von 10 Punkten.

Gimmick:
Wie bei Anpfiff: keine. 0 von 10 Punkten.

Experten:
Auch die Interviews mit Thon und Funkel hat man gestrichen. 0 von 10 Punkten.

Unterklassen:
Eine Analyse-Seite zur 2. Liga, jeweils eine Seite zu den Clubs aus Fürth und Düsseldorf, die anderen 16 Clubs müssen mit einer halben Seite auskommen, auf der nur der Kader, die Wechsel und Vereins-Infos zu sehen sind. Ohne Foto oder Artikel. Die 3. Liga findet in Bundesliga Spezial gar nicht statt. 2 von 10 Punkten.

Preis/Leistung:
Das Heft ist zwar halb so dick wie der größere Bruder Anpfiff, kostet aber fast zwei Drittel des Geldes. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier also klar geringer. Empfehlenswert ist das Heft allenfalls für Fans, die einen ganz groben Überblick haben wollen. 3 von 10 Punkten.

Gesamtwertung: 23 von 100 Punkten.

Fußball Live
Verlag: bpa sportpresse
Chefredakteur: Oliver Buss
Erschienen am: 5. Juli 2013
Preis: 5,95 Euro
Umfang: 84 Seiten (plus 100-seitiger DIN-A6-Beilage)

Aktualität:
Das Fußball-Live-Bundesliga-Sonderheft ist Anfang Juli erschienen, der Redaktionsschluss war laut Impressum am 25. Juni – und damit immerhin schon vier Wochen nach dem des Anpfiff-Hefts. Dennoch fehlen auch hier die wichtigen Transfers wie Thiago, Gomez, Mkhitaryan oder Aubemeyang. Das gipfelt dann darin, dass sich der Artikel zu Borussia Dortmund fast nur um die Tatsache dreht, wie schwierig die Suche nach Offensivkräften ist – obwohl die ja längst gefunden sind. Für ein Sonderheft, dass ein Begleiter der Saison sein soll, bringt ein solcher Text genau gar nichts. In Sachen Aktualität aber zumindest 4 von 10 Punkten.

Info und Analyse:
Nicht der Rede wert. Das Heft beginnt mit belanglosen Schnipseln wie "Neururer kritisiert DFB und Sammer" oder "Friedrich beendet Karriere" und geht dann mit längeren Texten zur Dominanz des FC Bayern, zur Stärke der Bundesliga-Clubs in Europa und zur Historie der Liga weiter. Die Texte sind allerdings allesamt sehr sperrig geschrieben und voll mit Phrasen statt Fakten. Am Ende des Heftes gibt es noch zwei Texte zu Champions League und Europa League, sowie einen Mini-Statistikteil, in dem die ewige Tabelle beispielsweise nur bis Platz 20 geht. 2 von 10 Punkten.

Teams:
Die Vorstellung der Mannschaften nimmt den größten Teil des Fußball-live-Heftes ein. Jede Bundesliga-Mannschaft bekommt eine Doppelseite. Schwach ist die Liste mit den Spielern, die nicht einmal Rückennummern enthält, von Infos wie Spielen, Toren, etc. ganz zu schweigen. Stattdessen gibt es einen Text zum jeweiligen Verein, der allerdings ebenfalls meist belanglos geschrieben ist und nur Infos enthält, die man an anderer Stelle schon tausendfach gelesen hat. Wie das Anpfiff-Heft wird der Artikel mit einer Prognose ("Meisterkandidat", "Niemandsland", "Abstiegskampf", etc.) abgeschlossen. In der kleinen DIN-A6-Beilage bekommen die Teams zwei weitere Seiten. Hier finden sich auch Porträtfotos der Spieler und Infos wie die letzten Vereine. Außerdem eine Liste der 34 Spiele mit ungefährem Datum. 4 von 10 Punkten.

Gimmick:
Das DIN-A6-Heft "Teams, Termine, Stadien, Statistik" liegt bei – in der Mitte des eigentlichen Sonderheftes findet sich zudem ein Poster mit den Spielen der 34 Spieltage zum Ergebnis-Eintragen. 6 von 10 Punkten.

Experten:
Es gibt ein Interview mit Oliver Kreuzer, das allerdings offen lässt, ob der neue HSV-Sportdirektor im direkten Anschluss eingeschlafen ist. Damit ist über die Qualität des Gesprächs auch schon alles gesagt. 1 von 10 Punkten.

Unterklassen:
Im eigentlichen Sonderheft gibt es lediglich 6 Seiten mit der Headline "Leinen los für die Kult-Liga", in dem Verein für Verein abgehandelt wird, Transfers und Chancen beleuchtet werden. Als Artikel kaum lesbar. In der DIN-A6-Beilage finden sich auf neun Seiten immerhin noch die Kader der 18 Teams, wenn auch arg lieblos in einer Namens-Aufzählung ohne irgendeine Zusatzinfo. Zur 3. Liga gibt es in Fußball live kein Wort. 2 von 10 Punkten.

Preis/Leistung:
Mit 5,95 Euro ist das Fußball-live-Magazin das teuerste (!) aller zehn Sonderhefte im MEEDIA-Test. Selbst der 250-Seiten-Wälzer des kicker ist 5 Cent günstiger. Auch die DIN-A6-Beilage rechtfertigt diesen hohen Preis bei weitem nicht. Die inhaltliche Qualität des Heft-Duos erst recht nicht. 2 von 10 Punkten.

Gesamtwertung: 31 von 100 Punkten.

kicker
Verlag: Olympia-Verlag
Chefredakteure: Jean-Julien Beer und Klaus Smentek
Erschienen am: 24. Juli 2013
Preis: 5,90 Euro
Umfang: 250 Seiten

Aktualität:
Der Klassiker unter den Sonderheften – die erste Ausgabe erschien tatsächlich zur ersten Bundesliga-Saison vor 50 Jahren – kam so knapp vor dem Start der Bundesliga-Saison an die Kioske wie ansonsten nur noch 11 Freunde. Zwar waren es auch am kicker-Erscheinungstag noch 16 Tage bis zum ersten Spiel, doch die 2. Liga hatte ihren ersten Spieltag schon hinter sich – und zwei Wochen Vorlauf, um möglichst viele der 1,2 Mio. gedruckten Exemplare zu verkaufen, muss wohl sein. Durch den späten Termin – eine Woche nach der schärfsten Konkurrenz der Sport Bild – sind die wichtigsten Transfers mit drin, zudem recht aktuelle Manschaftsfotos. Im Montags-kicker wird nach Ende der Transferperiode zudem wieder ein Heftchen erscheinen, in dem die restlichen Spielerwechsel nachgereicht werden. 8 von 10 Punkten.

Info und Analyse:
Mehr geht in einem Heft kaum. Jedes der 18 Bundesliga-Teams bekommt im ersten Heft-Teil mindestens eine Doppelseite. Bayern München sogar 5, Dortmund 4 und Schalke 3 Seiten. Die Seiten bestehen aus einer analytischen Saison-Vorschau, die durchaus ins Detail geht, einem Kurz-Interview mit dem jeweiligen Trainer und dem kicker-Check – Plus- und Minus-Punkte, die für oder gegen die Mannschaft sprechen. Die Textqualität des kickers schwankt zwar auch, doch verglichen mit den Heftchen von Anpfiff, Fußball live & Co. befindet man sich hier in einer völlig anderen Fußball-Welt. Am Ende der Team-Vorstellungen aus Liga 1, 2 und 3 folgen zudem Statistik-Teile mit ewigen Tabellen (auch für die 2. Liga), Rekordspielern, Rekordtorjägern. Auch toll: Beschlossen wird das Heft mit Seiten über die Schiedsrichter der drei Top-Ligen, die erste Runde des DFB-Pokals, der UEFA-Fünfjahreswertung, deutsche Spieler und Trainer im Ausland, den aktuellen Stand in der WM-Qualifikation und den Terminen aller Liga-, Pokal-, Champions- und Europa-League, sowie Länderspiele der kommenden Saison. 9 von 10 Punkten.

Teams:
Das Herz des kicker-Sonderheftes. Es wird nicht wenige Fans geben, die nach dem Kauf erst einmal das Mannschaftsfoto ihres Vereins suchen, um die Neuzugänge, aber auch die alten Helden zu begutachten. Der kicker widmet jedem Bundesliga-Team vier Seiten. Auf Seite 1 das Mannschaftsfoto, auf Seite 2 der Kader mit umfangreichen Infos zum jeweiligen Spieler, darüber ebenso umfangreiche Details zum Verein (Titel, Personal, etc.), die Zu- und Abgänge, sowie Trainer und Termine. Auf den Seiten 3 und 4 folgen zusätzlich noch einmal Porträtfotos der jeweils wichtigsten 24 Spieler, die persönliche Bundesliga-Bilanz der Spieler, Titelgewinne und weitere Infos bis hin zur durchschnittlichen kicker-Note. Auf Seite 4 wird das Team-Porträt durch "Tops und Flops", "Daten und Fakten", einem "Fan-Service" mit Infos zum Stadion, der Bilanz der letzten 10 Jahre und "10 Superlativen" abgeschlossen – zum Beispiel der größte und der kleinste Spieler, der älteste und der jüngste, etc. Diese 72 Seiten machen das Sonderheft aus – sie machen es zum perfekten Begleiter für die gesamte Saison. 10 von 10 Punkten.

Gimmick:
Selbstverständlich liegt dem Sonderheft die legendäre Stecktabelle bei, in der kleine und große Fußballfans den jeweils aktuellen Tabellenstand der 1., 2. und 3. Liga nachvollziehen können. Außerdem im Heft-Inneren: eine DVD mit "50 Highlights aus 50 Jahren Bundesliga". Darunter 25 unkommentierte Videos mit Toren aus der Liga-Historie, sowie 25 Zusammenfassungen von tatsächlich legendären Spielen – inklusive Original-Interview-Schnipseln von damals. 90 Minuten, die sich jeder Fan ansehen sollte. 9 von 10 Punkten.

Experten:
Zu Beginn des Sonderheftes gibt es gleich ein ausführliches Doppel-Interview mit Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger auf fünf Seiten. Informationsgehalt: absolut okay. Auch Dortmund-Trainer Jürgen Klopp wird auf zwei Seiten interviewt, zudem jeder andere der 17 Bundesliga-Trainer im Rahmen der Saisonvorschau-Doppelseite und in der Zweitliga-Strecke Fortuna-Düsseldorf-Trainer Mike Büskens. Im Rahmen des kicker-Kolumnisten-Kreises kommt zudem noch Altstar Jürgen Kohler zu Wort, der kurz und knapp zusammenfasst, wie die Saison seiner Meinung nach ausgeht. Insgesamt ein rundes Paket prominenter Namen – 7 von 10 Punkten.

Unterklassen:
Auch hier leistet der kicker Vorbildliches: Die 18 Zweitliga-Teams bekommen jeweils eine Doppelseite mit Mannschaftsfoto, Kader und ausführlichen Vereinsinfos. Ergänzt werden diese Grundinfos durch jeweils eine Viertelseite mit einer kurzen Einschätzung zu Chancen in der neuen Saison. Selbst die 18 Drittliga-Teams werden mit Mannschaftsfoto präsentiert, auf einer Seite zusammen mit dem Kader und ein paar wichtigen Infos zum Verein und den Zu- und Abgängen. Die Mini-Vorschauen der kicker-Autoren finden ebenfalls auf der jeweiligen Seite zum Verein statt. 9 von 10 Punkten.

Preis/Leistung:
5,90 Euro für 250 Seiten. Darunter allein 126 Seiten mit den Mannschaftsfotos und Kaderübersichten. Außerdem eine sehenswerte DVD und die Stecktabelle. Mehr geht für dieses Geld nicht. 10 von 10 Punkten.

Gesamtwertung: 89 von 100 Punkten.


Sport Bild
Verlag: Axel Springer
Chefredakteur: Matthias Brügelmann
Erschienen am: 17. Juli 2013
Preis: 5,50 Euro
Umfang: 244 Seiten

Aktualität:
Das Sport-Bild-Sonderheft ist eine Woche vor dem des kicker erschienen – aber zum Teil deutlich später als Anpfiff & Co. Einige wichtige Transfers wie Mkhitaryan oder Aubemeyang sind daher schon mit drin, andere wie Thiago noch nicht. Dank der schönen Idee, bei jedem Team ein paar Plätze freizulassen, auf die man die per Sport Bild nachgereichten späteren Transfers kleben kann, gibt es trotz der einen Woche Rückstand auf den kicker die gleichen 8 von 10 Punkten.

Info und Analyse:
Am Beginn des Heftes gibt es je nach Team ein bis sechs Seiten. Im Normalfall sind das Vorschauen auf die Saison mit Abwägen von Chancen und Problemen. Im Fall von Borussia Dortmund besteht die Strecke seltsamerweise aber nur aus einem Interview mit Jürgen Klopp. Die Texte lesen sich etwas lockerer als die vom kicker, aber nicht zu boulevardesk. Insgesamt ein ordentlicher Informationsgehalt, der mit dem Umfang des kickers aber ganz klar nicht mithalten kann. Punkten kann das Sport-Bild-Magazin dafür mit dem Statistik-Teil im Anschluss an die Team-Vorstellungen – und hier inbesondere mit den mit Hilfe von impire erstellten vielen Rankings zur Saison 2012/13 (Ballkontakte, Zweikämpfe, Pässe, etc.). Zudem gibt es viele Statistiken zu 50 Jahren Bundesliga und natürlich auch die ewige Tabelle. 10 Seiten Rankings und Tabellen lassen das Statistik-Fan-Herz hüpfen vor Glück. Ebenfalls positiv: Vier Seiten zur Frauen-Bundesliga mit Teams, Spielterminen und ewiger Tabelle, der Blick auf die Abschlusstabellen von 50 Ligen aus Europa und einiges mehr. Wegen der fehlenden Tiefe bei den Vorschau-Artikeln am Beginn des Heftes dennoch nur 8 von 10 Punkten.

Teams:
Vom reinen Umfang her legt die Sport Bild hier im Vergleich zum kicker noch eine Schippe drauf: Sechs statt vier Seiten für jede Bundesliga-Mannschaft. Doch der reine Umfang bietet nicht mehr Infos als beim kicker. So belegt das Mannschaftsfoto jeweils eine Doppelseite, die Porträts der Spieler – inklusive der oben erwähnten Einklebeflächen für weitere Transfers – eine weitere Doppelseite. Der Infromationsgehalt zu den Spielern ist ähnlich zu dem des kickers. Auf der dritten Doppelseite folgen dann die Infos zum Stadion, zur Vereinshistorie, zu Trainern, Zu- und Abgängen und der Spielplan. Auch ein bisschen Analyse gibt es hier noch: ein ehemaliger Spieler schreibt über die Chancen des Clubs – und "Tops und Flops" zeigen Positives und Negatives für die neue Saison. Wünsche bleiben hier eigentlich nicht offen, daher auch hier 10 von 10 Punkten.

Gimmick:
Statt der Stecktabelle gibt es in der Heftmitte ein riesiges Poster, auf das man sämtliche Ergebnisse – und nach jedem Spieltag die komplette Tabelle – eintragen kann. Ob diesen Aufwand aber tatsächlich viele Fans auf sich nehmen? Eine DVD bietet die Sport Bild ebenfalls – mit den "100 schönsten Toren" der Saison 2012/13, geordnet nach Kategorien. Im Vergleich zur DVD des kicker mit den tollen Erinnerungen aus 50 Jahren Bundesliga kann die Sport-Bild-DVD bei Weitem nicht mithalten. 7 von 10 Punkten.

Experten:
Neben großen Interviews mit Karl-Heinz Rummenigge und Jürgen Klopp am Heftbeginn gibt es zu jedem Bundesliga-Club noch einen ehemaligen Spieler, der seine Meinung zur neuen Saison aufschreibt – darunter Legenden wie Klaus Augenthaler, Dieter Schatzschneider oder Klaus Fischer. Spannender und meist überraschender als Interviews mit aktuellen Trainern oder Spielern. 7 von 10 Punkten.

Unterklassen:
In Sachen 2. Liga nehmen sich kicker und Sport Bild nicht viel. Auch die Sport Bild gönnt jedem Team eine Doppelseite mit Mannschaftsfoto und ähnlichem Infogehalt. Die Teams der 3. Liga finden hingegen ohne Foto nur auf einer halben Seite statt, daher mit 8 von 10 Punkten eine etwas niedrigere Wertung.

Preis/Leistung:
Insgesamt ist das Sport-Bild-Sonderheft nur unwesentlich schlechter als das des kickers. Die Analyse-Tiefe in den Artikeln ist ein Manko, dazu die DVD des kickers, die mit Highlights aus 50 Jahren einfach toll ist. Dafür bietet die Sport Bild mehr Statistiken und Dinge wie vier Seiten zur Frauen-Bundesliga. Der Preis ist mit 5,50 Euro zu 5,90 Euro vergleichbar. 9 von 10 Punkten.

Gesamtwertung: 83 von 100 Punkten.

Der Zwischenstand im MEEDIA-Test nach 5 von 10 Heften sieht also wie folgt aus:

1. kicker / 89 Punkte
2. Sport Bild / 83 Punkte
3. Anpfiff / 37 Punkte
4. Fußball Live / 31 Punkte
5. Bundesliga Spezial / 23 Punkte

Teil 2 mit den Heften von Bravo Sport, TV Movie, sport1, New Sport und 11 Freunde lesen Sie an dieser Stelle.

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