Ende des Smartphone-Booms belastet Apple

Wenn Apple morgen nach Handelsschluss seine neuste Bilanz für das abgelaufene Juni-Quartal vorlegt, geht es nach Meinung der meisten Analysten nur noch um Schadensbegrenzung. Um gleich zwei Jahre wird Apple wohl in der Gewinnentwicklung zurückgeworfen – das Minus dürfte zweistellig ausfallen, während der Umsatz stagniert. Kern des Problems: Das iPhone hat seine Wachstumsgrenze erreicht, während sich auf dem Smartphone-Markt der Preisverfall ausweitet. Selbst die iPad-Sparte droht zu schwächeln.

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Wenn Apple morgen nach Handelsschluss seine neuste Bilanz für das abgelaufene Juni-Quartal vorlegt, geht es nach Meinung der meisten Analysten nur noch um Schadensbegrenzung. Um gleich zwei Jahre wird Apple wohl in der Gewinnentwicklung zurückgeworfen – das Minus dürfte zweistellig ausfallen, während der Umsatz stagniert. Kern des Problems: Das iPhone hat seine Wachstumsgrenze erreicht, während sich auf dem Smartphone-Markt der Preisverfall ausweitet. Selbst die iPad-Sparte droht zu schwächeln.

Wieder einmal geht es um alles: "Es wird eine ganz wichtige Bilanz für Apple", stellte Vermögensverwalter Timothy Collins Ende vergangener Woche bei TheStreet.com klar: "Aber welche Bilanz ist bei Apple eigentlich nicht wichtig?" Alle drei Monate wiederholt sich der bange Blick, wenn Tim Cook nach Handelsschluss das neuste Zahlenwerk für das abgelaufene Quartal vorlegt.

Seit exakt einem Jahr, als Apple überraschend deutlich die Analystenerwartungen verfehlt hat, herrscht ein großes Unbehagen bei der Bilanz-Vorlage des Konzerns aus Cupertino. Der Nimbus der Unbesiegbarkeit ist längst verflogen: Apple ist nicht mehr der wertvollste Konzern der Welt, Aktionäre blicken im vergangenen Jahr auf eine wahre Höllenfahrt zurück, in der sich der Börsenwert des iPhone-Herstellers fast halbierte.

iPhone-Wachstum erreicht Grenze

Apples Talfahrt lässt sich tatsächlich recht einfach auf sechs Buchstaben reduzieren: Alles geht und fällt mit der Begehrlichkeit des iPhones, das inzwischen bereits seinen sechsten Geburtstag hinter sich hat. Apples Problem ist die Abhängigkeit vom Smartphone – mehr als die Hälfte und sogar 65 Prozent der Gewinne werden mit dem iPhone generiert.

Doch Apples Absätze scheinen ihre Grenze erreicht zu haben. Im vergangenen Quartal konnte der iKonzern nur noch rund zwei Millionen Einheiten mehr absetzen als im Vorjahresquartal. Glaubt man Analystenschätzungen, dürften es im Juni-Quartal mit 27 Millionen Stück nun gerade mal noch eine Million Mal mehr verkaufte iPhones sein. Noch probematischer: Der Preisdruck im Smartphone-Markt beschleunigt sich, wie Bloomberg herausarbeitet.

Es geht nur noch um Schadensbegrenzung  

Das Ausmaß der enttäuschenden Entwicklung bringt der Vergleich zu Samsung zutage: Vor zwei Jahren lagen die beiden großen Rivalen mit 20 Millionen verkauften Smartphone noch gleichauf – nun setzen die Südkoreaner mit 74 Millionen Stück dreimal so viele Smartphones ab wie Apple. Auch das Wachstum in der iPad-Sparte soll mit 18 verkauften Tablet-Macs praktisch zum Erliegen kommen.

Entsprechend geht es morgen Abend bei Vorlage des neusten Zahlenwerks zum dritten Fiskalquartal für Tim Cook nur noch um Schadensbegrenzung. Erstmals seit einer Dekade wird Samsung mehr verdient haben als Apple. Die Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 7,31 Dollar, was knapp 7 Milliarden Dollar entspricht. In dieser Größenordnung hätte Apple schwächer verdient als in beiden Vorjahresquartalen. Mehr denn je braucht der Techponier neue Produkte, die Konzernchef Tim Cook jedoch erst für den Herbst in Aussicht stellte.

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