Tarifstreit: Verhandlungen bleiben ergebnislos

Das erste Treffen der Vertreter des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) mit den Zeitungsverlegern (BDZV) zu neuen Tarifsgesprächen ist ergebnislos zu Ende gegangen. Die Fronten zwischen BDZV und der Gewerkschaft bleiben abgesteckt. Während der DJV einheitlich flächendeckend mehr Gehalt für Journalisten fordert, wollen die Arbeitgeber das bisherige Tarifvertrags-Modell ändern und den Flächentarifvertrag, wie sie es formulieren, "modernisieren". Ende August soll weiterverhandelt werden.

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Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Der Journalistenverband, vertreten durch Kajo Döhring, fordert für die rund 14.000 Redakteure und Redakteurinnen an Tageszeitungen sechs Prozent mehr Gehalt und argumentiert mit mehr Arbeit unter schlechteren Arbeitsbedingungen. Des Weiteren sollen die neuen Tarife gleichzeitig auch für Online-Journalisten gelten. Der DJV verhandelt gemeinsam mit dju/Verdi.
Bereits im Vorfeld hat BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf deutlich gemacht, die Forderungen der Gewerkschaften seien "völlig‘>". Besonders Zeitungen aus strukturschwachen Regionen würden bei zu hohen Konditionen dem Tarifvertrag "den Rücken kehren", so Wallraf kürzlich gegenüber newsroom.de. Seitens der Arbeitgeber strebe man eine "Reform des gesamten Tarifwerks" an. Schwache Verlage sollten entsprechend andere Tarifbindungen erhalten als Medienhäuser aus wirtschaftlich starken Regionen. Außerdem wolle der BDZV Gehaltssteigerungen nach Dienstjahren abschaffen und durch "leistungsgerechte Komponenten" ersetzen. 
Journalisten bekämen demnach nur mehr Honorar, wenn sie sich beispielsweise regelmäßig fortbilden oder besondere Leistungen erbringen – wie beispielsweise exklusive Inhalte. Außerdem solle in den neuen Regelungen die automatische Erhöhung des Urlaubsanspruches gestrichen werden. Wallraf: "Wir müssen viel stärker auf die Zahlen achten, als das in der Vergangenheit der Fall war. Wir befinden uns in einem massiven Transformationsprozess".
Via Twitter tickern der Bundes-DJV und Landesverbände mit dem Hashtag #TVTZ13, um über den aktuellen Stand auf dem Laufenden zu halten. Zur Mittagspause kritisierte der DJV, der BDZV könne kein konkretes Modell vorweisen, wie Journalistengehälter zukünftig an die Kaufkraft einer Region gekoppelt werden könnten.
Bis die Vertreter von Gewerkschaft und Zeitungen einen Konsens finden, kann es "Monate dauern", so DJV-Sprecher Hendrik Zörner. Zur nächsten Tarifrunde wird am 23. August geläutet.

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