Boston-Bomber: Ärger wegen Rolling Stone-Cover

Das amerikanische Rolling Stone Magazine bringt in seiner August-Ausgabe den mutmaßlichen Terroristen Dschochar Zarnajew auf die Titelseite. Der so genannte Boston-Bomber auf dem Platz, der sonst nur großen Stars vorbehalten ist, sorgt für Empörung.

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Das Bild ist ein offenbar von Zarnajew selbst geschossenes Foto, das ihn mit zerzaustem Haar, leichtem Bart und unschuldigem Blick zeigt.  

Das Magazin erklärte dazu in einem Artikel: "Unsere Herzen sind bei den Opfern der Anschläge, und unsere Gedanken sind immer bei ihnen und ihren Familien." Allerdings, so das Rolling Stone, passe die Titelgeschichte zur Tradition des Journalismus und zu der bestehenden Verpflichtung des Magazins zu einer "ernsthaften und nachdenklichen Berichterstattung über die wichtigsten politischen und kulturellen Ereignisse". Ebenso sei  Zarnajew in einem ähnlichen Alter wie viele Leser, weshalb es wichtig sei, "die Komplexität" des Themas zu "untersuchen".
Im Internet zeigen sich vor allem die Fans des Magazins empört. Auf der Facebook-Seite des Rolling Stone sammelten sich bisher über 15.000 Kommentare unter dem Posting mit dem aktuellen Cover. Neben der Kritik kündigen einige Leser sogar an, das Magazin in Zukunft nicht mehr kaufen zu wollen: "Ich habe gerade mein Abonnement abbestellt, das ich seit 1972 hatte", so beispielsweise ein Kommentar. Auch Bostons regierender Bürgemeister Thomas Menino wandte sich in einem offnen Brief an die Redaktion. "Unter den Überlebenden des Anschlags waren genug Künstler und Musiker. Die verdienen eine Story." Das Magazin verdiene es aber nicht länger, über sie zu schreiben, zitiert der Nachrichtensender n-tv online. Des Weiteren hätten bereits mehrere Handelsketten angekündigt, die Ausgabe nicht vertreiben zu wollen. 
Die deutsche Ausgabe des Rolling Stone wird das Cover wohl nicht übernehmen. Nach Informationen der Bild-Zeitung werde die Band Kings of Leon die Titelseite zieren.

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