Internet-Aktien: Börsenparty like 1999

Was für ein Finish der vergangenen Börsenwoche: Im späten Handel setzten vor allem Internetaktien ein Ausrufezeichen unter ihre seit Wochen starke Performance. Lohn der Rallye waren Notierungen der Internet-Überflieger des Jahres, die fast im Gleichklang auf neue Allzeichthochs sprinteten. Nie waren Google, Amazon oder das Online-Reisebüro Priceline wertvoller als heute; auch LinkedIn fehlt nur noch ein Prozent für neue Rekordkurse. Banken überbieten sich unterdessen mit ihren Kurszielen. Entsteht die nächste Blase?

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Was für ein Finish der vergangenen Börsenwoche: Im späten Handel setzten vor allem Internetaktien ein Ausrufezeichen unter ihre seit Wochen starke Performance. Lohn der Rallye waren Notierungen der Internet-Überflieger des Jahres, die fast im Gleichklang auf neue Allzeichthochs sprinteten. Nie waren Google, Amazon oder das Online-Reisebüro Priceline wertvoller als heute; auch LinkedIn fehlt nur noch ein Prozent für neue Rekordkurse. Banken überbieten sich unterdessen mit ihren Kurszielen. Entsteht die nächste Blase?

Der Boom geht in die nächste Runde. 55 Prozent waren nicht genug: So deutlich lag das Online-Business-Netzwerk LinkedIn noch Ende Juni zur Halbjahres-Bilanz vorne – unter den höherkapitalisierten Internet-Unternehmen mit mindestens 10 Milliarden Dollar Börsenwert war das der Spitzenplatz des Jahres.

Doch nur zwei Wochen später sind schon wieder fast 20 Prozent dazugekommen: Bei 199,96 Dollar blieb die Kurstafel an der Nasdaq am Freitag stehen – wenige Cent fehlen LinkedIn damit auf Schlusskursbasis zu neuen Allzeithochs, die das Online-Businessnetzwerk vor Verkündung der Quartalszahlen Anfang Mai kurz markierte. Stolze 22 Milliarden Dollar sind Anleger inzwischen schon bereit, für den gerade mal ein Jahrzehnt alten US-Konzern zu bewilligen.

Priceline legt seit Januar um 300 Dollar oder 48 Prozent zu

Auf einen mit satten 46 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hohen Börsenwert bringt es ein Internetaktien-Liebling aus den späten 90er-Jahren: Das Online-Reisebüro Priceline erfreut sich an den Aktienmärkten weiter einer ungebrochenen Nachfrage und notierte am Freitag bei 920 Dollar auf dem höchsten Stand seiner 17-jährigen Unternehmensgeschichte. Rasante Wertsteigerung für Aktionäre seit Anfang Januar: Happige 300 Dollar oder 48 Prozent. Damit ist der Online-Reiseanbieter bereits zur Nummer fünf in Online-Branche aufstiegen.

Während die Nummer vier und drei ihren Aktionäre geringe Verluste (Facebook: – 3 Prozent) bzw. unterdurchschnittliche Zuwächse (eBay: + 11 Prozent) einbrachte, dürften Anteilseigner von Amazon in Partylaune sein: Nie war der weltgrößte Online-Einzelhändler mit einem inzwischen enormen Börsenwert von 140 Milliarden Dollar wertvoller als heute.

Amazon und Google im Gleichschritt auf Rekordhochs

Erstmals in 18-jährigen Firmenhistorie durchbrach das US-Unternehmen von Gründer Jeff Bezos in der vergangenen Woche an der Börse die 300-Dollarmarke. Am Freitagabend reichte es mit der Schlussglocke bei 307,55 Dollar zum höchsten Stand aller Zeiten – ein Plus von 23 Prozent seit Jahresbeginn.

Dasselbe Bild auch beim wertvollsten Internetkonzern der Welt, der buchstäblich in der letzten Sekunde des Freitagshandels sein Allzeithoch aus dem Mai nochmals leicht verbessern konnte: Google-Aktien wechseln nun schon für 923 Dollar den Besitzer – ein Plus von 30 Prozent seit Jahresbeginn. Die Internet-Suchmaschine ist damit mit 306 Milliarden Dollar nach Apple und ExxonMobil bereits der drittwertvollste Konzern der Welt.

Gefährlicher Börsenrausch wie 1999?

Analysten befeuerten die Kurszuwächse von Google und Amazon vergangene Woche mit Heraufstufungen; die Citigroup wedelt etwa bereits mit einem 1.100 Dollar-Kursziel. Das Rennen um die erste 1.000-Dollar-Internetaktie ist damit zwischen Google und Priceline voll entbrannt.

Doch erfahrene Besitzer von Internetaktien dürften gewarnt sein. Anleger haben Ende der 90er-Jahre erlebt, wie schnell hochfliegende Börsenträume zerplatzen können. Aktuell ähneln die Kurszuwächse vieler Internetaktien beunruhigend den Börsenexzessen von 1999.

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