movie2k-Aus: Diese Portale protifieren

Publishing Als im Mai die extrem populäre Website movie2k.to aus immer noch ungeklärten Gründen aus dem Netz verschwand, war klar, dass die Konkurrenz, bzw. neue Angebote die Nutzer schnell zu sich holen würden. Nicht zuletzt durch soziale Netzwerke sprechen sich Alternativen für abgeschaltete Dienste schnell herum. Eine MEEDIA-Analyse der Daten von SimilarWeb zeigt nun, wo der movie2k-Traffic seit dem Aus hingewandert ist. Legale Alternativen konnten demnach überhaupt nicht profitieren.

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Als movie2k.to Ende Mai vom Netz ging, war das Portal mit Links zu illegalen Filmstreams eine der populärsten Websites Deutschlands. SimilarWeb, das für alle Websites der Welt hochrechnet, wie stark sie genutzt werden, rankte movie2k.to noch im Mai auf Platz 14 des deutschen Internets. Damit war die Seite in etwa so stark wie Spiegel Online und Bild.de. Ein Erfolg, der sogar den des Konkurrenten kino.to vor einigen Jahren in den Schatten stellte, dessen Betreiber sich schließlich vor Gericht verantworten mussten.

Einer der großen Profiteure ist kinox.to, das nach dem Abschalten von kino.to als inoffizieller Nachfolger ins Netz ging und seitdem ebenfalls eine große Fangemeinde aufgebaut hat. Auf Platz 32 des deutschen SimilarWeb-Rankings befand sich die Seite im Mai, im Juni machte sie einen Sprung auf Rang 24. Auffällig ist, dass kinox.to besonders in den ersten Tagen nach dem movie2k-Aus profitierte, den Traffic hier um rund 30% steigerte. In den folgenden Wochen pendelte sich das Plus gegenüber dem Vormonat allerdings auf etwa 10% ein.

Den größeren Teil der movie2k-Besucher sammelte stattdessen offenbar movie4k.to ein, das sich – mit pubertärem "F**k Police"-Stinkefinger – als movie2k-Nachfolger positionierte. Nachdem die Seite wenige Tage nach dem movie2k-Aus online ging, wanderten die zwischenzeitlichen kinox.to-Besucher dorthin – und katapultierten movie4k.to auf Platz 67 des SimilarWeb-Juni-Rankings. Aus dem Nichts erreichte die Seite also in etwa so viele Nutzer wie Süddeutsche.de oder MyVideo.de. Da die Zahlen weiter von Woche zu Woche wachsen, könnte movie4k.to in Kürze auch kinox.to erreichen. Der angeblich direkte Nachfolger movie2k.tl kommt derzeit noch nicht an die Zahlen des neuen Top-Duos heran, befindet sich auf ähnlichem Niveau wie kleinere Konkurrenten wie movie-stream.to und filme2k.net, die im Juni ebenfalls deutlich wuchsen.

Bitter für die Filmindustrie: Die legalen Alternativen profitierten überhaupt nicht vom movie2k-Aus, verbesserten ihre Zahlen gegenüber den Vormonaten kein bisschen. So fiel Amazons lovefilm.de von Mai zu Juni sogar von Platz 396 auf 411 des Rankings, Maxdome belegte Platz 751 statt 774 und Videoload nur Rang 4.078 statt 3.952. Die ehemaligen movie2k-Nutzer suchten sich also lieber eine Alternative aus den dunklen Ecken des Netzes, als legalen Websites eine Chance zu geben.

An der Situation wird die Industrie mittelfristig kaum etwas ändern können. Angesichts der Tatsache, dass die Umsätze in den Kinos nicht sinken – trotz solcher Angebote wie kinox.to oder movie4k.to – wird die Auswertungskette bei Filmen so bleiben wie sie ist. Und in diese Kette passt ein zeitgleiches Auswerten in Kinos und im Internet nunmal nicht herein. Die Fans der illegalen Portale werden im Umkehrschluss nicht auf legale Plattformen wechseln, so lang es dort eben nicht die neuesten Filme gibt. Das Abschalten einzelner Portale wiederum – das zeigen die Zahlen klar – lässt die Nutzer innerhalb weniger Tage auf andere düstere Plattformen wechseln.

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