ÖR-Sender bekamen 2012 weniger Gebühren

In letzten Jahr ihres Bestehens konnte die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) weniger Rundfunkgebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender eintreiben, als das noch 2011 der Fall war. Das berichtet der neue Rundfunkbeitragsservice im Geschäftsbericht für 2012. Die um 41 Mio. Euro gesunkenen Erlöse resultierten aus der "Verringerung der Bestandsentwicklung der gebührenpflichtigen Hörfunk- und Fernsehgeräte", heißt es. Die Bestände der Rundfunkgeräte seien bereits seit 2008 rückläufig gewesen.

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Insgesamt konnte die GEZ im vergangenen Jahr 7,492 Milliarden Euro für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie die entsprechenden Landesmedienanstalten einziehen (2011: 7,533 Milliarden Euro). Der Negativtrend der Gebühreneinnahmen aus den vergangenen Jahren habe sich weiter fortgesetzt, heißt es im Geschäftsbericht. Mit Ausnahme des Jahres 2009, als die Gebühren erhöht wurden, sind die Einnahmen seit 2008 stetig gefallen – seit der Gebührenerhöhung  insgesamt um 111,7 Millionen Euro.
Die größten Einbußen (in absoluten Zahlen) habe 2012 das ZDF hinnehmen müssen. Im Vergleich zum Vorjahr bekam der Mainzer Sender rund 10 Millionen Euro weniger überwiesen. Den neun Landesrundfunkanstalten der ARD wurde insgesamt 22 Millionen Euro weniger zur Verfügung gestellt, dem Deutschlandradio eine Million. 
Grund für die sinkenden Einnahmen seien immer weniger angemeldete Rundfunkgeräte. So verzeichnete die GEZ bei den Hörfunkgeräten einen Rückgang von 1,09 Prozent und 0,44 Prozent weniger TV-Geräte. Dafür waren allerdings weniger Nutzer gebührenbefreit als noch 2011 (Hörfunk -1,13 Prozent, TV -0,26 Prozent). Zuwächse konnten allerdings im Bereich Neuartige Rundfunkgeräte (NEG), wie beispielsweise Smartphones oder Computer, verbucht werden. 2012 nahmen die NEG’s um 75.117 auf rund 507.000 Geräte zu. Davon waren 24.316 Geräte gebührenbefreit worden (+5.593).
Der sich aus Gebührenbefreiungen, bzw. -ermäßigungen für die Rundfunkanstalten ergebene Gebührenausfall habe sich dabei auf ca. 856,1 Millionen Euro belaufen, berichtet die Zentrale.
Seit Beginn dieses Jahres sind die GEZ-Gebühren pro Gerät nun in einen Rundfunkbeitrag pro Haushalt oder Betriebsstätte umgewandelt worden. Monatlich werden 17,98 Euro fällig, egal ob ein Haushalt über Rundfunkgeräte verfügt oder nicht. Nach Angaben des Rundfunkbeitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandfunk (ehemals GEZ) hätte die Modellumstellung für 90 Prozent der angemeldeten Rundfunkteilnehmerinnen und -teilnehmer keine Veränderungen gebracht. Vor allem aber Unternehmen fühlen sich benachteiligt und drohen mit Klagen.  

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