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Glass Up, der italienische Google-Glass-Klon

Tolle Autos kommen aus Deutschland, gute Uhren aus der Schweiz und neue Technologien aus dem Silicon Valley. Oder? Jetzt wollen ausgerechnet die Italiener Google Konkurrenz machen. Während der Suchmaschinenriese seit Monaten erfolgreich für seine Datenbrille Glass wirbt, hat sich ein kleines Team aus Ingenieuren und Designer zusammengefunden, um eine günstigere Version auf den Markt zu bringen: Glass Up. Der Look: italienisch. Das Potenzial: durchaus vorhanden. Jetzt sucht das Team per Crowdfunding Unterstützer.

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Tolle Autos kommen aus Deutschland, gute Uhren aus der Schweiz und neue Technologien aus dem Silicon Valley. Oder? Jetzt wollen ausgerechnet die Italiener Google Konkurrenz machen. Während der Suchmaschinenriese seit Monaten erfolgreich für seine Datenbrille Glass wirbt, hat sich ein kleines Team aus Ingenieuren und Designer zusammengefunden, um eine günstigere Version auf den Markt zu bringen: Glass Up. Der Look: italienisch. Das Potenzial: durchaus vorhanden. Jetzt sucht das Team per Crowdfunding Unterstützer. Dabei sind schon Investoren gefunden.
Aus Venedig soll also der Glass-Konkurrent kommen? Mit der Stadt auf der Lagune verbindet man gemeinhin La Dolce Vita, die Biennale oder gute Filme. Aber ernsthafte Ingenieursarbeit? Und dann noch in einem Segment, das eines der größten IT-Unternehmen der Welt momentan für sich beansprucht: Google. Es ist leicht, sich über Glass Up, einen vermeintlichen Glass-Klon, lustig zu machen.

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Aber werfen wir einmal einen Blick auf die Fakten: 65 Gramm wiegt die italienische Datenbrille, die über einen Beschleunigungssensor, einen Kompass, einen Lichtsensor, einen Höhenmesser und Bluetooth verfügt. Zum Einsatz kommt Android. Das Display löst Texte und Grafiken in 320 x 240 Pixeln auf. Der Akku soll mit einer Ladung einen Tag halten. Über ein Touchpad im Bügel lässt es sich zwischen einzelnen Anwendungsmodi und Apps hin- und herswitchen. Als Farbkombinationen sind Rot-Weiß und Schwarz-Grün geplant. Die Schrift wird fast zentriert im Blickfeld des Trägers ausgespielt. Momentan noch in grüner Farbe, aber auch bernsteinfarben ist laut Aussage der Entwickler denkbar. Das Team arbeitet nach eigenen Angaben daran, das Gerät auch für Menschen mit einer Sehschwäche nutzbar zu machen.
Der größte Unterschied zu Google Glass ist die Tatsache, dass “Glass Up” in der aktuellen Version über keine Kamera verfügt. Während die Google-Datenbrille Videos in 720p und Fotos mit fünf Megapixeln aufnimmt, verzichten die Italiener bei der ersten Generation auf eine Kamera. Der Vorteil: Ihr Umfeld muss sich nicht fragen, ob Sie gerade ungefragt Bilder oder Videos aufzeichnen. Diese Tatsache bescherte Google in der jüngeren Vergangenheit heftige Kritik am Privacy-Konzept der Brille. Der Nachteil: Bei Glass Up blicken Sie zwar durch die Datenbrille, müssen aber das Smartphone hervorholen, um ein Foto zu schießen.

Der zweite erhebliche Unterschied zu Google Glass ist der Preis. Während ausgewählte Beta-Tester für die Entwicklerversion 1500 Dollar zahlen mussten, gibt es die “Early Bird”-Variante von Glass Up schon für 199 Dollar. Auf der Crowdfundingplattform Indiegogo sucht das Team nach finanzieller Unterstützung. Insgesamt sollen so 150.000 Dollar zusammenkommen. Das Projekt kann jeder Interessierte bereits mit einer Spende von einem Dollar unterstützen. Die erste Charge soll dann Anfang 2014 auf den Markt kommen. Für 299 Dollar erhält man eine reguläre, für 399 Dollar eine limitierte Version – auf Wunsch auch mit einer eingebauten Kamera. Über die Indiegogo-Seite erklärten die Macher, bereits Investoren gefunden zu haben. Das bedeutet: Ob das Produkt das Finanzierungsziel per Crowdfunding erreicht oder nicht, das Produkt kommt in jedem Fall in den Handel.
Ob die Datenbrille tatsächlich Erfolg haben wird, muss sich noch zeigen. Fakt ist: Wearables, also tragbare Technik, ist auf dem Vormarsch. Samsung, Apple, Sony und weitere Konzerne arbeiten an SmartWatches, intelligenten Uhren, und auch Kleidung selbst wird immer intelligenter. Fitness-Mode vernetzt sich mittlerweile mit dem Smartphone und gibt Daten an Apps weiter. Armbänder wie das UP von Jawbone oder das Flex von Fitbit tracken die Bewegungen und Schlafrhythmen des Trägers. 

Ob sich genug Menschen für die italienische Datenbrille begeistern können, ist noch unklar. Das größte Asset von Glass Up ist fraglos der Preis. Aktuell kostet die smarte Brille nur rund ein Zehntel einer Google-Brille. Doch bei beiden Gadgets hängt der Erfolg von einer aktiven Entwickler-Community ab, die die Brillen mit neuen Apps versorgt.

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