LAE: Print-Reichweiten wachsen weiter

Während die Auflagen und Reichweiten der Zeitungen und Zeitschriften rückläufig sind, lesen Entscheider offenbar zunehmend Print-Titel. Wie die neueste Ausgabe der Leseranalyse Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung (LAE) zeigt, gewannen die meisten Titel Leser hinzu - besonders stark u.a. Die Zeit, die F.A.Z. und das manager magazin. Online-Aufsteiger sind die WiWo und das manager magazin, bei den Apps gewann ebenfalls Die Zeit. Reichweiten-König bleibt aber Der Spiegel.

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Die LAE untersucht jährlich u.a., welche Medien die Entscheider konsumieren. Zur Grundgesamtheit der LAE (2,713 Mio. Menschen) zählen Selbständige mit Betrieben ab 6 Beschäftigten (518.000), Freiberuflich Tätige mit Arbeitgeberfunktion ab 1 Beschäftigten (461.000), Angestellte "mit selbständiger Leistung in verantwortlicher Tätigkeit oder mit begrenzter Verantwortung für andere" oder Angestellte "mit umfassenden Führungsaufgaben und Entscheidungsbefugnissen", sowie einem Monatsnettoeinkommen von 3.100 Euro und mehr (1,510 Mio.), sowie Höhere Beamte ab Besoldungsgruppe A14 (224.000). Diese Entscheider sind für einige Medien und deren Vermarkter eine besonders attraktive Zielgruppe.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Grundgesamtheit leicht – um 25.000 Menschen, bzw. 0,9% gewachsen – ein solches Plus von 0,9% wäre bei den Reichweiten der Medien also normal. Die meisten Print-Titel sind allerdings deutlich stärkter gewachsen. So haben bei den Tageszeitungen vor allem die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung kräftig zugelegt – um 11,1% bzw. 11,2%. Auch da Handelsblatt und Die Welt vergrößerten ihre Leserschaft unter den Entscheidern.

Ähnlich das Bild bei den Wochenzeitungen. Hier heißt der große Gewinner Die Zeit: Um 18,0% vergrößerte sich die Leserschaft des Blattes. Hinter den VDI nachrichten folgt mit der Welt am Sonntag der zweite große Gewinner: Dank eines Plus von 16,7% baute die WamS (inklusive der Welt am Sonntag kompakt) ihren Vorsprung auf die F.A.S. deutlich aus. Der Frankfurter Konkurrent ist zudem der einzige Verlierer unter den Zeitungen.

Auch bei den Zeitschriften gibt es vor allem Gewinner: Der Spiegel gewann zum Beispiel satte 67.000 Leser hinzu und baut mit dem Plus von 8,9% seinen Vorsprung als größtes Print-Medium unter den Entscheidern weiter aus. Deutlich dahinter folgen Focus und stern, die beide Leser verloren, der Focus sogar zum zweiten Mal in Folge. Trotz einer wachsenden Grundgesamtheit hatte der Focus in den vergangenen zehn Jahren nie weniger Leser unter den Entscheidern als heute. Nach oben ging es dafür für den Ableger Focus Money, auch die Wirtschaftswoche und Börse Online gewannen.

Bei den Monatsmagazinen gewannen gleich fünf Titel 10% und mehr hinzu: das manager magazin, Capital, das Handwerk Magazin, Cicero und Brand eins. Nach absoluten Zahlen ist das manager magazin hier der grüßte Gewinner – mit 47.000 hinzu gewonnenen Lesern. Damit vergrößerte es den – allerdings weiterhin knappen – Vorsprung auf Capital weiter. Noch 2011 lag Capital vorn. Einziger Verlierer unter den Monats-Titeln: die Creditreform.

Zuwächse gibt es traditionell auch bei den Online-Medien. Allerdings: Vor allem bei den ganz Großen der Branche stagnieren die Zahlen mittlerweile. So gewannen Spiegel Online und Focus Online nur etwas mehr als 2% neue Nutzer hinzu, stern.de schrumpfte auf Platz 3 sogar. Und auch die weiteren Wettbewerber Die Welt und FAZ.net wuchsen nur um jeweils 5%.

Die großen Aufsteiger des Jahres folgen dahinter: Wirtschaftswoche und manager magazin freuen sich über ein Leser-Plus von 54.000, Zeit Online über eins von 51.000 und Capital.de über eins von 49.000. Prozentual gesehen gab es das größte Plus bei zwei Kleinen: Cicero.de wuchs um 29,7%, brandeins.de um 27,1%.

Seit dem vergangenen Jahr weist die LAE auch die Reichweiten der Smartphone- und Tablet-Apps aus. In beiden Rankings führt wie auf Papier und online Der Spiegel, bzw. Spiegel Online die Wertung an. Spannend: Während es bei den Smartphone-Apps kein gigantisches Wachstum mehr gibt, verzeichnen die Tablet-Apps Zuwächse von bis zu 140%.

Zunächst die Smartphones: Spiegel. Focus und stern heißen auch hier die größten Medienmarken der Entscheider – das Trio wuchs um 0,8% bis 4,5%. Knapp hinter dem stern folgt die Süddeutsche. Die Welt büßte mit ihren Apps hingegen 2,9% ein und ist damit neben den VDI Nachrichten der einzige Verlierer in diesem Ranking. Stark hinzu gewonnen haben Die Zeit, das Handelsblatt und die F.A.Z.

Bei den Tablet-Apps folgt hinter Spiegel und Focus die Süddeutsche, das Wachstum des Spitzen-Trios liegt hier bei 15,0% bis 18,8%. Heftige 40,2% gewann die F.A.Z. hinzu, die damit nur noch hauchdünn hinter Welt und stern zu finden ist. Neu dabei- und auf Anhieb auf Platz 7 vor dem Handelsblatt: die Wirtschaftswoche. Das Handelsblatt verbesserte sich um 79,1%, das manager magazin um 71,9% und weiter hinten Cicero sogar um 140%.

Dank der identischen Methodik veröffentlicht die LAE auch ein Crossmedia-Ranking mit den Reichweiten der Medienmarken – auf Papier, online und per App. Klare Nummer 1 ist auch hier Der Spiegel – mit 1,32 Mio. Lesern pro Ausgabe, bzw. Nutzern pro Woche. Mit deutlichem Abstand folgen dahinter Focus, stern, Welt und Süddeutsche Zeitung.

Offenlegung: MEEDIA erscheint wie das Handelsblatt und die WirtschaftsWoche in der Verlagsgruppe Handelsblatt.

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