Anzeige

Verleger kritisieren HuffPo als Gratiszeitung

Die Vorfreunde der meisten deutschen Verleger auf den Markteintritt der Huffington Post scheint nicht gerade besonders groß zu sein. Tatsächlich kritisierten sie auf ihrem Kongress "Zeitung Digital" gerade das US-Portal, das von der Tomorrow Focus AG ab Herbst auch hierzulande gelauncht wird, als "Gratiszeitung". Für den Springer-Vorstand Jan Bayer sei die Huffpo damit ein Angriff auf alle Versuche von Verlagen, Bezahlmodelle für digitale publizistische Angebote zu entwickeln.

Anzeige
Anzeige

Die Skepsis der meisten Verlage gegenüber der US-Plattform und ihrem Geschäftsmodell ist jedoch schon lange bekannt. Immerhin suchten die Amerikaner lange vergeblich nach einem deutschen Medienpartner. Auf dem Kongress in Frankfurt meldete sich allerdings auch ein prominenter Verteidiger der Huffington Post zu Wort.

Für die Tommow Focus AG erklärte Vorstand Christoph Schuh noch einmal ganz genau das Angebot und strich offenbar den Umstand hervor, dass es neben der engen Verzahnung mit Focus Online und 15 eigenen Redakteuren auch um den Aufbau einer Blogger-Community gehe.

Anzeige

Höhepunkt des Kongresses war eine Rede von Frank Schirrmacher zur Zukunft des Journalismus. Der FAZ-Herausgeber warnte vor den gesellschaftspolitischen Folgen eines sich abzeichnenden automatisierten "Echtzeit-Journalismus". Schirrmacher sieht die Gefahr, dass Journalismus ebenso wie die Finanzbörsen zu Segmenten einer automatisierten Gesellschaft werde. Gerade deshalb werde die Rolle des reflektierenden und analytischen Journalismus immer wichtiger, der von individuellen Autoren komme und nicht über Algorithmen generiert werde. "Journalismus stehe für Vertrauen, das Maschinen nicht liefern könnten".

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*