Staatsanwaltschaft prüft „Kebekus“-Video

Die Pius-Bruderschaft rief vergangene Woche zu Massenanzeigen gegen die TV-Komikerin Carolin Kebekus auf. Die Pius-Anhänger schienen dem Aufruf Folge zu leisten. Mittlerweile liegen bei der Staatsanwaltschaft Köln rund zehn Anzeigen gegen die 33-Jährige vor, die für ihre neue Show “Kebekus” als frivole Nonne “Dunk den Herrn” rappte und sich damit nicht nur Ärger mit dem Aufftraggeber WDR einhandelte. Jetzt ist die Komikerin ins Visier erzkonservativer Katholiken geraten.

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Nach Auffassung der Piusbruderschaft hat die Produktionsfirma gegen Paragraph 166 des Strafgesetzbuchs verstoßen, wonach die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen gegen geltendes Recht verstößt. So sei es Carolin Kebekus nicht darum gegangen, Kritik an der katholischen Religion und ihren Kirchenvertretern in satirischer Art der Öffentlichkeit aufzuzeigen, "sondern nur um zu beleidigen, zu beschimpfen und um den katholischen Glauben lächerlich zu machen". "Dunk dem Herrn" (Anm. d. Red.: eigentlich "Dunk den Herrn") sei ein "Verhöhnungs-Song" mit "katholiken-verspottendem Text".

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Der Clip, der bei YouTube schon über 800.000 Mal angeklickt wurde, beschäftigt seit Wochen die Öffentlichkeit. Noch vor der Ausstrahlung am vergangenen Mittwoch war bekannt geworden, dass der WDR kurzerhand einen Umschnitt der Sendung forderte. Laut Aussage des Senders handelte es sich lediglich um einen Vorschlag. Kebekus hingegen sprach bei einem Besuch bei “TV total” von Zensur. Die Komikerin ließ bei Raab verlauten, dass wohl nicht weitergedreht würde. Die Folge, die EinsFestival am vergangenen Mittwoch ausgestrahlt hatte, war nach Meinung der 33-Jährigen “völlig verstümmelt”. Die bräuchte man, so die Schauspielerin weiter, gar nicht zu schauen. Angst vor einer Aufkündigung weiterer gemeinsamer Projekt schien Kebekus nicht zu haben: “Es wird wohl die letzte Sendung bleiben.” Tatsächlich war “Kebekus” vorerst nur als Pilot geplant.
“Unsere Türen bleiben jedenfalls geöffnet”, erklären die Kölner. Allerdings bedauerte man die Äußerungen Kebekus‘. “Den Vorwurf der Zensur können wir so nicht akzeptieren”, hieß es in einer Mitteilung des Senders. “Der WDR steht für Liberalität und Toleranz. Das bedeutet auch, die religiösen Überzeugungen der Bevölkerung zu achten und die Verunglimpfung religiöser Symbole in seinen Sendungen nicht zuzulassen." Dazu gebe es klare Regelungen im WDR-Gesetz.
Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, kündigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln nun eine eine rechtliche Prüfung des Videos an. Dabei wird unter anderem analysiert, ob die Aufnahme geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

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