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Deutsche Welle kooperiert mit ARD und ZDF

Die Deutsche Welle (DW) soll wieder populärer werden: Bei einem Treffen der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, sowie den Bundesländern wurde eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Staatssender DW und den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und dem Deutschlandradio beschlossen. Zukünftig wird die DW "in deutlich größerem Umfang als bisher" Programminhalte übernehmen. Fiktionale Inhalte seien davon nicht ausgeschlossen.

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Die Kooperation mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk soll der Deutschen Welle wieder zu mehr Wahrnehmung im Ausland verhelfen. "Tiefgreifende Umwälzungen" im arabischen Raum, die Stärkung des Zusammenhalts der Europäischen Union sowie die Vermittlung ihrer Werte und "ständig zunehmende Konkurrenz anderer Auslandssender" machten es erforderlich, die Deutsche Welle "noch viel stärker als bisher in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken", so Neumann. "Die Deutsche Welle ist die mediale Visitenkarte Deutschlands."
Künftig wird die Deutsche Welle also nicht mehr nur selbstproduzierte Inhalte senden, sondern auch auf Programm aus den öffentlich-rechtlichen Medien zurückgreifen können. Dabei soll sich der staatsfinanzierte Sender nicht nur an informativen Programminhalten bedienen, sondern auch fiktionale Produktionen übernehmen. Für die Zweitverwertungsrechte und sonstige Lizenzgebühren werde die Deutsche Welle aufkommen, betont der Staatsminister.
Erik Bettermann, scheidender DW-Intendant, bezeichnet die Entscheidung als "Meilenstein in der Medienpolitik Deutschlands", der "nicht mehr und nicht weniger" als eine Zusammenarbeit auf "Augenhöhe" bedeute. "Ich bin froh, dass sich mit diesem Beschluss Bund und Länder klar zur Bedeutung einer starken medialen Außenpräsenz Deutschlands bekannt haben."
Der Beschluss ist das Ergebnis langer und intensiver Verhandlungen zwischen der Deutschen Welle, den Sendeanstalten von ARD, ZDF, dem Deutschlandradio sowie von Bund und Ländern. 2011 hatte der Deutsche Bundestag die Regierung aufgefordert, die Kooperation zwischen den Medien auszubauen. Erste Entwürfe dazu legte DW-Intendant Bettermann bereits 2010 vor.
Nun wollen die Sender im Laufe des Jarhes Einzelheiten ihrer Zusammenarbeit besprechen. Nach einer Testphase von zwei Jahren legen alle Beteiligten der Regierungen von Bund und Länder einen gemeinsamen Erfahrungsbericht vor.
Die Deutsche Welle produziert als staatsfinanzierter Sender vorwiegend Programm für das Ausland und ist in mehr als 60 Ländern empfangbar. Im Jahr 2013 wird die DW mit rund 270 Millionen Euro finanziert und beschäftigt nach eigenen Angaben knapp 1500 feste Mitarbeiter in Berlin und Bonn sowie weitere freie. Zusätzlich gewährt der öffentlich-rechtliche Rundfunk Zugriff auf das ARD-Korrespondentennetz, das für eine weltweite Vernetzung des Senders sorgt. 

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