Werbemarkt: schwächster Mai seit drei Jahren

Neue Hiobsbotschaft für die deutschen Zeitungen: Mit einem Minus von 15,3% gegenüber dem Vorjahresmonat waren sie der große Verlierer des Werbemonats Mai. Statt 424,9 Mio. Euro setzten sie laut Nielsen brutto nur noch 359,8 Mio. um. Doch auch bei den Dach- und Publikumszeitschriften, dem Fernsehen und dem Internet lief es im Mai schlechter als ein Jahr zuvor. Insgesamt lagen die von Nielsen ausgewerteten Medien 4% unter dem Mai 2012. Nach oben ging es nur für Radio-, Kino- und Out-of-Home-Werbung.

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Die Radiosender freuten sich im Mai über einen um 4,5% größeren Brutto-Werbeumsatz als ein Jahr zuvor, die Kinos sogar um einen 13,8% größeren und mit Out-of-Home-Werbung wurde 17,9% mehr umgesetzt als im Mai 2012. Das Trio liegt damit auch in der aktuellen Jahreswertung klar über den Vorjahreszahlen. Zwischen 9,5% und 12,2% setzten die drei Gattungen in den Monaten Januar bis Mai mehr um als ein Jahr zuvor. Ebenfalls über dem Soll liegen hier trotz der schwachen Mai-Zahlen noch das Fernsehen und das Internet – allerdings nur noch 0,6% und 0,9%. Zum Internet muss zudem angemerkt werden, dass seit dem April aus "technischen Gründen" keine Zahlen des Vermarkters freexmedia vorliegen, die tatsächlichen Brutto-Umsätze dürften daher auch im Mai über dem Vorjahr liegen.

Die großen Verlierer sind sowohl im Mai, als auch im Gesamtjahr weiterhin die Printmedien. Insbesondere das 15,3%-Minus der Zeitungen im Monat Mai sieht hier Besorgnis erregend aus. Auf das Gesamtjahr gerechnet erhöht sich der Umsatzrückgang der Zeitungen damit auf 10,3%, bzw. satte 211 Mio. Euro. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung sehen die Zahlen der Publikums- und Fachzeitschriften mit -3,1% und -0,2% im Mai, sowie -39% und -2,5% im Gesamtjahr noch vergleichsweise gut aus. Alle von Nielsen ausgewerteten Medien verloren im Mai 4%, im Gesamtjahr bisher 1,0%.

(Tabelle: Nielsen)

Wie immer muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Freispots, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Medienbranchen und des Werbedrucks sind sie dennoch.

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