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Apples neues iOS spaltet die Tech-Gemeinde

Es war eine zweistündige Leistungsschau nach 230 produktlosen Tagen: Apple brannte auf der WWDC ein wahres Vorschaufeuerwerk ab – vor allem in Sachen Betriebssysteme. Doch die Generalüberholung von iOS, dem Herzstück von Apples iPhone- und iPad-Boom der vergangenen Jahre, fand medial ein eher verhaltenes Echo. Am Design und den neuen Icons schieden sich die Geister ebenso wie an der Tatsache, dass Apple erst jetzt mit einem Streaming-Angebot wie iTunes Radio daherkommt.

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Es war eine zweistündige Leistungsschau nach 230 produktlosen Tagen: Apple brannte auf der WWDC ein wahres Vorschaufeuerwerk ab – vor allem in Sachen Betriebssysteme. Doch die Generalüberholung von iOS, dem Herzstück von Apples iPhone- und iPad-Boom der vergangenen Jahre, fand medial ein eher verhaltenes Echo. Am Design und den neuen Icons schieden sich die Geister ebenso wie an der Tatsache, dass Apple erst jetzt mit einem Streaming-Angebot wie iTunes Radio daherkommt.

"Das ist es. Das ist, was zählt. Ein Produkt zu erleben. Was für ein Gefühl es jemanden gibt", versuchte Apple am Ende der Keynote in einem Image-Video seine Mission im Sinne von Steve Jobs zu beschwören. Die Reduktion auf das einfache, unmittelbare Erlebnis ist, die Magie von Produkten, hatte der Apple-Gründer stets gepredigt.

Ob iOS 7, das größte Update von Apples mobilem Betriebssystem seit dem Launch des iPhones vor sechs Jahren, diesen Anspruch gerecht wird, bezweifeln nicht wenige Kommentatoren am Tag nach der Keynote der Entwicklerkonferenz WWDC. "Apple hat zwar eine neue Benutzeroberfläche auf das iPhone geklatscht, die aber wieder viele der alten unbeliebten Features mitbringt", fand etwa Paul Vigna vom Wall Street Journal.

James Cramer: "Apple ist nicht mehr innovativ"

Jay Yarow vom Business Insider wundert sich über die vermeintlich offene Rebellion des neuen Apple-Managements gegen seinen ikonischen Gründer: "Jeder schätzt Steve Jobs als Genie ein, der Designverstand hatte. Jetzt aber wendet sich Apple nicht nur von seinem Designstil ab, es macht sogar offen Witze darüber", merkt Yarow in Bezug auf Craig Federighis Bemerkungen zum Ende des Skeuomorphismus an, die eigentlich mehr in Richtung Scott Forstall zielten. Mit Skeuomorphismus bezeichnet man das Nachbilden analoger Technik oder Oberflächen auf digitalen Geräten, etwa der Apple-Kalender in Leder-Optik.

CNBC-Marktkommentator James Cramer vermisst unterdessen Innovationen. "Apple hat einige positive, aber unbedeutende Verbesserung in seinem Ökosystem vorgestellt, aber es scheint, als wäre im Unternehmen nichts los. Solange Apple nicht wieder innovativ wird, ist die Aktie totes Geld", findet Cramer. Die Wall Street gab ihm mit dem zweiten verlustreichen Tag in Folge für die Apple-Aktie Recht.

iOS 7: Social Media-Feedback nur zu 10 Prozent negativ
 
Die härteste Kritik formulierte unterdessen wieder einmal der Finanzjournalist Rocco Pendola von TheStreet.com. "Wenn Steve Jobs noch am Leben wäre, würde er Tim Cook strangulieren", zog Pendola bei CNN vom Leder.  "Vor zwei Jahren hielt Steve Jobs seine letzte große Keynote, in der er 2011 zum Jahr der Copycats ausrief und Samsung, Blackberry & Co vorhielt, wie sie Apple kopierten. Heute ist Apple das Copycat. iTunes Radio kommt nie an Pandora ran." 

Und die neuen Betriebssysteme? "Keine Innovation" findet Pendola, der dann sein vernichtendes Standardurteil fällt: "Es ist traurig, was Cook aus Apple gemacht hat."

Der Massenmeinung entspricht der Apple-Abgesang unterdessen eher nicht. Der Marktforscher Synthesio, der Social Media-Dienste auswertet, kam unter 172.000 Kommentaren in den sozialen Medien zu iOS 7 nur zu 10 Prozent negativem Feedback.

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