Lanz dezimiert Gottschalks Mallorca-Publikum

Nach einem Jahr Stierkampfarena-Pause meldete sich "Wetten dass..?" am Samstag wieder aus Mallorca, erstmals mit Markus Lanz in der Rolle des La-Ola-Bezwingers – und mit massiv weniger Zuschauern als Thomas Gottschalk bei seiner Abschiedsrunde 2011. Die Konkurrenz war genauso schwach: Sat.1 und RTL bleiben mit Spielfilmen und "Chartshow" blasse Verfolger. Dafür landete das ZDF am Nachmittag mit der "Märchenhochzeit für Madeleine" aus Schweden schon einen Quotentreffer.

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Hier sind die 5 Dinge, die Sie über die Quoten vom Samstag wissen müssen:

1. "Wetten dass..?"-Mallorca-Special weit unter den bisherigen Zahlen
Normalerweise gehören die "Wetten dass..?"-Sommershows zu den Quotenhighlights des Jahres. Nach dem Moderatorenwechsel scheint diese Regel nicht mehr zu gelten – ganz im Gegenteil. Mit nur 6,74 Mio. Zuschauern ab 3 Jahren war Markus Lanz‘ siebte Show zugleich die bisher schwächste – und das obwohl die Konkurrenz sonst nicht gerade übermächtig schien. Der Marktanteil lag bei 28,4 %. Dass im Sommer generell weniger Menschen vor dem Fernseher sitzen, hilft da nur bedingt als Ausrede. Thomas Gottschalks letztes "Wetten dass..?" aus Mallorca hatten im Juni 2011 fast 6 Mio. Zuschauer mehr eingeschaltet (exakt 12,44 Mio.). Zieht man den Abschiedstour-Effekt ab und schaut noch ein Jahr davor, waren damals immerhin 8,67 Mio. dabei. So langsam aber sicher muss das ZDF sich fragen, ob der massive Aufwand für das Sommer-Special in dieser Form noch gerechtfertigt ist. Lanz jedenfalls hat sein Premierenpublikum aus dem vergangenen Oktober inzwischen halbiert. Zumindest sahen die mäßig inspirierte Show mit den wenigstens originellen Wetten am Samstag wieder mehr junge Zuschauer als zuletzt (2,09 Mio.; 25,6 %). Für den Tagessieg reichte es sowieso. Und um 23 Uhr blieben noch 4,38 Mio. fürs "heute journal" dran.
2. "Märchenhochzeit" schlägt Boxen
Am Nachmittag zeigte das ZDF bereits die "Märchenhochzeit für Madeleine", also wie Prinzessin Madeleine von Schweden und der US-Banker Chris O’Neill sich in der Schlosskirche von Stockholm das Jawort gaben – und landete damit einen Treffer: 3,59 Mio. Zuschauer ab 3 Jahren waren dabei (34,3 %). Damit saßen am Nachmittag mehr Royal-Fans vor dem Fernseher als abends Box-Fans: Den Kampf von Marco Huck gegen Ola Afolabi sahen im Ersten ab 23 Uhr aber auch noch 3,57 Mio. (19,3 %). Erfolgreichste ARD-Sendung war einmal mehr der "Brennpunkt" zum Hochwasser (4,35 Mio.), noch vor der "Tagesschau" (3,78 Mio.). Mit 3,87 Mio. (16,1 %) stemmte sich "Donna Leon: Schöner Schein" gegen die Showkonkurrenz im Zweiten.
3. Mit Spielfilm und Geißen: Sat.1 und RTL bleiben blass
25,6 % Marktanteil im jungen Publikum kann sich "Wetten dass..?" aufs Fähnchen schreiben. Dagegen hatten die Privatsender wenig auszurichten. RTL versuchte es mit fast vier Stunden "Ultimativer Chartshow" und dem Motto "50 Jahre Charts – Die Alben", kam aber lediglich auf 0,83 Mio. 14- bis 49-jährige Zuschauer und miese 10,4 %. Für das Qualifying zum Großen Preis von Kanada waren am Vorabend auch nur 14,4 % drin, insgesamt sahen 2,14 Mio. zu (14,8 %). Ein ungewohntes Bild ist, dass sich Sat.1 mit seinem Samstagabendprogramm vor RTL schiebt – aber nur knapp: "Leg dich nicht mit Zohan an" schaffte nämlich 0,84 Mio. und 10,6 %. Auf demselben Niveau verharrte nachher "Terminator – Die Erlösung" (0,71 Mio. und 10,2 %).
4. Pro Sieben ohne Erfolg mit "Galileo Big Pictures" 
Für Platz 8 in der Tageswertung der erfolgreichsten Sendungen beim jungen Publikum reichte es noch – aber sonst kann Pro Sieben die 8,6 % für "Galileo Big Pictures" gleich wieder vergessen. Nur 700.000 Zuschauer hatten eingeschaltet. 5,8, 6,8, 7,6 – das sind nicht die falsch gezogenen Lottozahlen, sondern die Marktanteile für das "Navy CIS"-Dreierpack bei Kabel 1 am Samstagabend. RTL II kam mit seinen Serien erst am späteren Abend auf Trab – die meisten Zuschauer hatten eine "Nikita"-Folgenwiederholung ab 23.35 Uhr (0,47 Mio. und 7,3 %). Vox schaffte am Abend mit "LOL (Loughing Out Loud)" 7,3 %, das "Hundkatzemaus-Spezial" hatte sich dem zuvor bereits mit 7,2 % angepasst.
5. Hochwasser-Spezials am Nachmittag mit vielen Zuschauern
Inzwischen bringen die Sender alles, was sich "Spezial" nennen lässt, ins Programm: Nach dem "Brennpunkt" am erfolgreichsten war aber nicht das "ZDF spezial – Land unter: Flut ohne Ende?" mit 2,8 Mio. im Anschluss an die reguläre "heute"-Sendung – sondern vermutlich hochzeitsbedingt das bereits um 17 Uhr gezeigte "heute spezial" mit starken 3,51 Mio. Zuschauern (das Sie bitte nicht mit dem darauffolgenden "Leute heute spezial" [3,01 Mio.] verwechseln). Auch Sat.1 nahm am Samstag eine Hochwasser-Sondersendung ins Programm, und zwar unter dem dramatischen Titel "Die Flutkatastrophe – Opfer und Helden". 1,45 Mio. waren ab 19 Uhr dabei. Über die reine Information zur Flut scheint das Fernsehen schon seit Tagen hinweg zu sein.

Die Top 20 der meistgesehenen Sendungen bei den 14- bis 49-Jährigen und die "5 Dinge" der vergangenen Tage finden Sie wie immer hier.

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