Free Man’s World: das Print-Abenteuer

Ja, doch, Abenteuer gibt es noch. Und - Überraschung - auch die Verlagsgruppe Milchstraße gibt es noch im Reich der Burda News Group. Am morgigen Freitag erscheint mal wieder ein neues Magazin, das dort entwickelt wurde: Free Man’s World. Das Heft springt auf den Outdoor-Trend, ist aber eher als Abenteuer-Magazin für Kerle konzipiert. Dahinter stecken als Macher TV-Spielfilm-Chefredakteur Lutz Carstens und Creative Director Heico Forster. Das Heft zeigt, dass sich das Abenteuer Print noch lohnt.

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Aus dem Burda Reich kommen derzeit zig Zeitschriften-Experimente. Vom über-ambitionierten Vegetarier-Heft Veggie über das bei Beef! abgekupferte Meet bis zum Urban-Gardening Heft Green. Jedem Trend sein eigenes Heft – irgendeins davon wird schon laufen. Free Man’s World wäre ein langfristiger Erfolg zu wünschen.

Auch wenn das Trend-Thema Outdoor mitschwingt, es ist viel eher ein spannendes, hochwertig produziertes Lese-Heft über Abenteuer und Abenteurer geworden. U.a. schreiben renommierte Autoren wie Christian Jungblut und Michael Obert in Free Man’s World. Die Texte, zum Beispiel über Paragliding in Slowenien oder Mountainbike-Touren in Utah, USA, sind toll geschrieben – meilenweit entfernt vom sonstigen Schulaufsatz-Stil kleinerer Outdoor-Titel. Man spürt, dass hier Profis am Werk waren.

Paragliding in Slowenien

Das gilt auch für die Bildsprache: Großzügige Fotos auf gleich mehreren ganzen Seiten oder Doppelseiten sind die Regel und nicht die Ausnahme. Dazu kommen einige wirklich schöne Ideen, die zeigen, wie Print gut funktioniert: Da wäre eine Karte zum Herausnehmen mit den “20 schönsten Trekkingtouren Europas” – klar  der Nutzwert der Mini-Infos hält sich in überschaubaren Grenzen (schwedischer Kungsleden: übernachten in Zelt oder Hütte, Essen mitnehmen) – aber es sieht halt einfach schön aus.

Mountainbiken in Utah

Es gibt eine Reportage über drei verrückte Engländer, die mit einem ausrangierten Londoner Taxi durch den Himalaja gurken, einen Bericht übers Apnoe-Tauchen, eine Reise mit Einheimischen durch den Polarwinter von Grönland und vieles, vieles mehr. Man merkt jeder großen Geschichte an, dass der oder die Autoren wirklich selbst vor Ort waren. Auch die Ausstattung stimmt: Hochwertiges Papier, ein relativ fester Karton-Umschlag – passt! Und pickepackevoll mit Anzeigen ist die Preview-Ausgabe auch noch – viele Autohersteller, Kosmetikfirmen und sogar Luxusuhren (Rolex, Hublot) haben inseriert , dafür kaum Outdoor-Firmen (Ausnahme: Jack Wolfskin).

Insekten futtern in Laos
Free Man’s World ist also ziemlich gut gelungen. Im Editorial heißt es, das Heft wolle dazu animieren raus zu gehen. “Das Abenteuer beginnt im Kopf – in unserem Kopf”.  Nun werden vermutlich die wenigsten Leser sofort eine Mountainbike-Reise für mehrere Tausend Euro in die USA buchen, um die Welt segeln oder mit einem alten Taxi durch Nepal und Tibet juckeln. Echten Nutzwert sucht man hier vergebens (die Ausrüstungstipps mit Winzig-Texten zu Wanderschuhen sind wohl eher ein Feigenblatt). Kopfkino gibt es dafür tatsächlich reichlich. Und das ist mehr, als man von vielen anderen neuen Zeitschriften-Konzepten behaupten kann. Dass Burda es mit dem Heft ernst meint, erkennt man auch daran, dass eine größere Werbekampagne dafür – auch mit TV-Spots – geschaltet wird:
###YOUTUBEVIDEO###
TV-Spot zu Free Man’s World

Free Man’s World erscheint erstmals am 7. Juni zum Heftpreis von 5,80 Euro. Die Druckauflage liegt bei 100.000 Exemplaren.

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