Game over: Zynga streicht 520 Jobs

Nächste Hiobsbotschaft vom einst hochgewetteten Internet-Überflieger Zynga: Der Online-Spiele-Anbieter gab gestern den Wegfall von 520 Jobs bekannt. Der Einschnitt ist eine drastische Maßnahme: CEO Mark Pincus streicht damit fast jede fünfte Stelle. In der Folge fallen hohe Restrukturierungskosten an, die den Quartalsverlust zunächst in die Höhe treiben. Anleger reagieren entnervt und schickten die angeschlagene Aktie des Anbieters von Browserspielen wie "Mafia Wars" oder "FarmVille" um 12 Prozent nach unten.

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Vielleicht hätten Anleger nach den turbulenten Quartalen der Vergangenheit gewarnt sein müssen: In der jüngsten Telefonkonferenz zum abgelaufenen ersten Quartal hatte CEO Mark Pincus nochmals darauf hingewiesen, dass "2013 zum Jahr des Übergangs" werde.

Wie das so bei Übergängen üblich ist, kann man vorher nie exakt voraussehen, wie hart sie ausfallen. Diese böse Überraschung erlebten die Aktionäre und Mitarbeiter noch während des regulären Handels an der Wall Street: Konzernchef Pincus gab abermalige Stellenstreichungen bekannt, die in diesem Ausmaß nicht erwartet worden waren.

"Auf Wiedersehen an 18 Prozent unserer Zynga-Brüder und -Schwestern"

Gleich 520 Stellen – das sind 18 Prozent der Belegschaft – fallen dem drastischen Einschnitt zum Opfer. "Heute ist ein harter und emotionaler Tag für jeden Mitarbeiter unseres Unternehmens. Wir sagen auf schmerzvolle Weise auf Wiedersehen an 18 Prozent unserer Zynga-Brüder und -Schwestern",  schreibt Pincus in einer pathetischen Mail an die Belegschaft.  

"Niemand von uns hat jemals geglaubt, einen Tag wie diesen zu erleben, nachdem unsere Unternehmenskultur so auf Wachstum ausgerichtet war", zeigte sich Pincus bestürzt. Drei ganze Entwicklerstudios werde der Anbieter von Online-Spielen wie  "Mafia Wars" oder "FarmVille" schließen müssen, um seine Bilanz zu konsolidieren.

Sturz unter 3-Dollar-Marke

Die dürfte sich künftig durch die harten Einschnitten jedoch erstmal nicht verbessern. Im Gegenteil: Die Restrukturierungskosten werden das Minus kurzfristig ausweiten, wie Zynga in Aussicht stellte. So taxiert Pincus den Nettoverlust im laufenden Quartal nunmehr auf 28,5 bis 39 Millionen Dollar statt wie bisher erwartet 26 bis 36 Millionen Dollar.

Auf Jahressicht soll die Maßnahme aber 70 bis 80 Millionen Dollar einsparen, hieß es. Anleger konnte das nicht beruhigen: Die Anteilsscheine von Zynga brachen nach Bekanntgabe des Personalabbaus um weitere 12 Prozent ein und notieren nun wieder unter der Marke von drei Dollar.

Ende 2011 war der hochgewettete Social Shooting-Star noch zu Kursen von 10 Dollar an der Börse debütiert und hatte wenig später Höchstkurse von 14 Dollar gesehen – seitdem geht es steil bergab. Das bisherige Allzeittief des vergangenen Jahres liegt bei 2 Dollar.

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