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Die Zeit als “Angela Merkel der Zeitungen”

Mit ihrer neu gestalteten und erweiterten Wochenendausgabe will die Berliner tageszeitung veränderten Lese-Gewohnheiten gerecht werden. In einem Interview mit der DJV-Verbandszeitschrift journalist sprach Chefredakteurin Ines Pohl über die neue taz am wochenende und die Zeitungskrise: “Das ist ein harter Markt. Der ist brutal, und der ist auch für die taz brutal.” Anerkennung zollte Ines Pohl dem Erfolg der Zeit: “Die Zeit ist vielleicht die Angela Merkel unter den Zeitungen, sehr solide.”

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Auf die Nachfrage, ob die taz dann der Jürgen Trittin der Zeitungen sei, wollte Ines Pohl dann aber lieber doch nicht eingehen: “Das würde ich so nicht sagen.” Mit der erweiterten und mit 3,20 Euro fast doppelt so teuren Wochenend-Ausgabe sei die taz “vielen anderen Zeitungen einen Schritt voraus”, so Pohl weiter. Die taz-Chefin im journalist: “Wir sagen: Print muss echt Spaß machen. Das muss eine Lust sein, zu lesen. Das ist eine Antwort auf die Krise.”

Sie gehe allerdings auch davon aus, dass es weiter eine tägliche taz-Ausgabe geben wird: “Vielleicht werden die gedruckten Zeitungen als Luxusartikel sogar wieder eine Renaissance erleben. Nicht mehr in den Auflagenstärken wie derzeit noch, aber noch viele Jahre real existierend.” In Sachen Internet lobte Pohl das freiwillige Bezahl-Modell der taz, die so genannte “Paywahl”. Die taz nehme damit rund 11.000 Euro pro Monat ein, was in etwa 5.000 verkauften Zeitungen entspreche.

Auch die idealistische taz muss sich harten wirtschaftlichen Realitäten stellen. “Ohne den Verdienst, die Auflage, ohne Einnahmequellen geht nichts – das sehen Sie bei der FR oder der FTD”, so Pohl. Im Gegensatz zu anderen Medien habe sich die taz keine Fettschicht “angefressen”, die sie in schlechten Zeiten “einfach mal abschmelzen” könne. Womöglich eine Anspielung auf Funke-Geschäftsführer Christian Nienhaus, der eine der zahlreichen Entlassungswellen bei der früheren WAZ-Gruppe einmal reichlich unsensibel als “Abschmelzungsprozess” bezeichnet hatte.

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