Intendanten wollen Comedy statt Beckmann

Zwei Jahre wurde über die Talk-Schwemme im Ersten diskutiert, jetzt gab Reinhold Beckmann, ermattet von der anhaltenden Unzufriedenheit, seinen Rückzug bekannt. Am Montag entschieden die ARD-Intendanten, es bei vier Talk-Formaten zu belassen. Der Sendeplatz am späten Donnerstagabend wird mit Satire- und Comedy-Formaten bestückt. "Beckmann" ist aktuell bereits in der Sommerpause. In seinem Sendeslot testet die ARD derzeit die BR-Satire "Die Klugscheisser".

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"Ich freue mich darüber, dass wir die Diskussion über die Talkshows im Ersten einvernehmlich im Intendantenkreis gelöst haben. Wir haben jetzt Zeit, Satire- und Comedy-Formate für den Donnerstagabend zu entwickeln", sagte der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor.
Statt Neues zu entwickeln, könnte das Erste mit bereits bewährten Formaten aus Ihren Dritten Programmen arbeiten. Derzeit testet der Sender "Die Klugscheisser", die bereits seit 2011 im Bayerischen Rundfunk laufen. Ein weiteres geeignetes Format findet Marmor beim Digital-Sender EinsPlus, der mit "Walulis sieht fern" ein mit dem Grimme-Preis prämiertes Format für vor allem jüngere Zuschauer bereithält.
Beckmann soll der ARD trotz seines Ausstiegs aus dem Talk erhalten bleiben. "Er ist einer der vielseitigsten und herausragendsten Journalisten in der ARD", so Marmor. Der Moderator hatte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erklärt, er sei "der Debatten über Sinn und Unsinn der politischen Talkshows in der ARD einfach müde". Besonders der Intendant des Bayerischen Rundfunk, Ulrich Wlhelm, kritisierte die ARD-Programmpolitik als zu talklastig. Er forderte, die Zahl der Formate zu verringen. Ende 2014 soll Beckmanns letzter Talk über die Bühne gehen. Ein genaues Datum gibt es allerdings noch nicht.

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