Lars Hinrichs gegen die Medien-Hanseaten

Die hanseatische Medienprominenz ist in heller Aufregung: Ihr Lieblingsitaliener, die Osteria Due, soll abgerissen werden. Jetzt machen Ulrich Wickert, Hellmuth Karasek und Giovanni di Lorenzo mobil und kämpfen für das Nobel-Restaurant im feinen Stadtteil Rotherbaum. Gegenspieler der alten Medienelite ist Xing-Gründer und Internet-Millionär Lars Hinrichs, dem Haus und Grundstück gehören. Zum Ärger der Medienfreunde der italienischen Küche will er das alte Haus abreißen und Apartments bauen.

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Mit leichter Empörung notiert die People-Zeitschrift Gala, dass seitdem der Xing-Gründer "sowohl das angrenzende Grundstück, als auch das Osteria Due-Haus kaufte" nichts mehr sei, "wie es mal war". Auf dem Nachbargrundstück lässt Hinrichs bereits hämmern und mauern. Die Folge: Baulärm und ein Dixi-Klo, das direkt neben der Terrasse des Nobel-Italieners steht und das Hinrichs absichtlich neben den Tischen platziert haben soll. Das stinkt einigen Hanseaten ganz gewaltig. Eine Absicht streitet Hinrichs ab: "Außerdem ist es eine Luxus-Toilette, die nicht mehr riecht". Offenbar eine Art Dixi-Klo2.0.

Der New-Economy-Millionär legt sich allerdings nicht mit Irgendwem an, sondern mit der hanseatischen Medien-Hautevolee. Insgesamt 527 honorige Hamburger haben einen Brandbrief an Bürgermeister Olaf Scholz unterschrieben. Verfasst wurde das Schreiben von Ex-Mr.-"Tagesthemen" Ulrich Wickert. Laut Hamburger Abendblatt heißt es darin unter anderem: "Auch Orte, an denen sich das Gemeinwesen trifft, um neben lukullischen Genüssen Geselligkeit zu pflegen, werden in anderen Ländern zu Kulturgütern gezählt".


Am gestrigen Donnerstag haben sich die Anwälte von Hinrichs und der 81-jährigen Lokalinhaberin, Alice von Skepsgardh, getroffen. Das Ergebnis der Verhandlungen ist nicht bekannt. Allerdings dürfte es auf einen typisch hanseatischen Vergleich hinauslaufen. Immerhin hat die Gastronomin noch einen Mietvertrag, der über 20 Jahre läuft und wer will es sich schon gänzlich mit Ulrich Wickert, Verlegerin Angelika Jahr-Stilcken oder den Tchibo-Milliardären Uta und Günter Herz verscherzen. An Pasta und Rotwein dürften sowohl Menschen aus der alten und neuen Medienwelt Gefallen finden.

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