Ashton Kutcher: Medien haben Twitter versaut

Es war die große Liebesbeziehung der ersten Stunde: Hollywood-Star Ashton Kutcher erklärte der Welt, was Twitter ist. Doch vier Jahre nach dem großen Wettkampf um den einmillionsten Follower hat Kutcher die Lust am immer noch boomenden 140-Zeichen-Dienst verloren. Warum, erklärte der 35-Jährige gestern auf der CTIA-Konferenz: Schuld seien die Medien, die Twitter eingenommen und überflutet hätten. Twitter sei zu Mainstream verkommen und einfach zu werblich geworden.

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Facebook dagegen lobte Kutcher. Ist an der Verschiebung die Rolle seines Lebens schuld? Steve Jobs-Darsteller und Tech-Großinvestor und Ashton Kutcher äußerte sich gestern auf der CTIA Wireless Conference leicht genervt über den Zustand der Internet-Industrie. Vor allem der 140-Zeichen-Dienst Twitter, dem Kutcher 2009 in einem legendären Wettrennen mit CNN um den einmillionsten Follower durchaus zu medialem Ruhm verholfen hatte, bekam sein Fett weg. "Meine Twitter-Nutzung hat sich heute drastisch geändert", bekannte der 35-jährige. "Es war nur eine persönliche, eine sehr persönliche Erfahrung."
Die großen Medien-Unternehmen hätten es dann jedoch versaut. "Sie haben zugeschlagen. Diese laute Reizüberflutung stinkt mir: Mir wird dauernd Blödsinn verkauft, den ich nicht will. Leute und Unternehmen preisen Mist an, der mir nicht gefällt", wurde Kutcher ausfallend, wie TheVerge berichtet."Die Retweet-Funktion hat Twitter am meisten beschädigt"Der 140-Zeichen-Dienst sei an der Entwicklung durchaus mitschuld: "Die Einführung der Retweet-Funktion hat Twitter am meisten beschädigt", legte Kutcher den Finger in die Wunde. "Es hat soviel Lärm erzeugt und dadurch den Wert gemindert."
Für ihn sei Twitter inzwischen zum RSS-Feed verkommen. Trotzdem sind von Kutcher, der weiter@aplusk twittert und inzwischen über 14 Millionen Follower hat, fast täglich neue Tweets zu lesen.Lobende Worte fand Kutcher dagegen für Facebook, das der Tech-Investor (Airbnb, Path, Flipboard, Gidsy), langfristig zu den Überlebenden zählt. Allerdings räumte Kutcher ein, dass auch das weltgrößte Social Network noch einiges zu verbessern habe.
"Es ist schwer für Facebook, das mobile Internet zu meistern, da sie doch ein recht geschlossenes System haben", sagte er laut Mashable."Niemand hat das mobile Internet verstanden"Insgesamt habe noch niemand das mobile Internet richtig verstanden: "Wir haben noch nicht mal an der Oberfläche gekratzt". Er selber wisse auch nicht, wie Zukunft des Internets aussehe, gab der Ex-Mann von Demi Moore zu."Ich kann vielleicht voraussagen, was in einigen Monaten passert, aber selbst dann liege ich in 50 bis 70 Prozent der Fälle falsch", gab sich der Schauspielstar ("Two and a half Men") selbstkritisch. Was das über die Erfolgssaussichten seiner zahlreichen Start-up-Investments aussagt, ist eine andere Frage…

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