Werbejahr: Online durchbricht Schallmauer

Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft hat die Jahresbilanz der Netto-Werbeeinnahmen deutscher Medien vorgelegt. Demnach haben die Online-Angebote erstmals netto mehr als 1 Mrd. Euro umgesetzt - ein Plus von 9,0%. Zulegen konnten auch das Fernsehen, der Hörfunk und die Kinos. Drastisch nach unten gingen die Einnahmen hingegen für die Publikumszeitschriften (-11,1%), die Tageszeitungen (-9,1%) und die Wochen- und Sonntagszeitungen (-6,7%).

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Das Fernsehen bleibt mit einem Netto-Werbeumsatz von 4,05 Mrd. Euro weiterhin der klare Werbeträger Nummer 1 in Deutschland, nachdem er die Tageszeitungen im Jahr 2010 verdrängt hatte. Seitdem wächst der Vorsprung von Jahr zu Jahr – auf inzwischen mehr als 800 Mio. Euro. Die Tageszeitungen fielen mit ihrem Minus von 9,1% auf 3,23 Mrd. Euro.

Nach unten ging es auch für die Werbung per Post und die Anzeigenblätter, allerdings nicht so deutlich wie für die Tageszeitungen und die Publikumszeitschriften. Diese wiederum sind mit dem Minus von 11,1% der Verlierer des Werbejahres 2012. Von hinten kommt zudem das Internet immer näher. Setzten die Publikumszeitschriften im Jahr 2009 noch fast doppelt so viel mit Werbung um wie die Online-Angebote, waren es im Jahr 2011 immerhin noch rund 450 Mio. Euro mehr – 2012 nun nur noch 202 Mio. Bei einer ähnlichen Entwicklung könnten das Netz schon 2013 oder 2014 an den Magazinen vorbei ziehen:

Hinter den Online-Angeboten ging es für die Außenwerbung und die Fachzeitschriften leicht nach unten, der Hörfunk gewann hingegen 1,5% hinzu – und noch weiter hinten legte das Kino sogar um 4,3% zu und verdrängte die Zeitungssupplements vom 12. Platz.

Insgesamt schrumpfte der Netto-Werbemarkt um 3,2% auf 18,42 Mrd. Euro – so wenig wie seit 2009 nicht mehr. Für 2013 rechnet der ZAW bestenfalls mit einer Stagnation.


Tabelle: ZAW (zum Vergrößern drauf klicken)

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