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JobCrowd: Facebook-Nutzer als Headhunter

Was in der Mediennutzung längst Alltag ist, soll nun auch im Karrierebereich funktionieren: eine Job-Vermittlung via Mundpropaganda. Ähnlich wie bei einem interessanten Artikel, der unter Facebook- und Twitter-Freunden geteilt wird, will das Startup Jobcrowd nun dafür sorgen, dass Stellenanzeigen innerhalb des eigenen Freundesnetzwerkes weitergegeben werden. Findet sich so der passende Bewerber, erhalten die privaten Headhunter sogar noch eine Prämie.

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Das Prinzip von JobCrowd ist leicht erklärt. Unternehmen schreiben auf der Seite unbesetzte Stellen aus und Privatpersonen empfehlen diese über Social Media an ihr persönliches Netzwerk weiter. Wird die empfohlene Person eingestellt, wird eine Prämie an den Empfehler ausgezahlt.

Ein Blick auf die Seite zeigt, dass Prämien in Höhe von mehreren 100 Euro bis hin zu 3000 Euro keine Seltenheit sind. Der Vorteil des "Social Headhuntings" liegt auf der Hand: Jobsuchende werden durch ihre Freunde aktiv auf Jobs angesprochen und finden so auch Stellen, die sie in den klassischen Stellenausschreiben nicht gefunden hätten. Zudem werden so nicht nur aktiv Suchende angesprochen sondern auch Leute, die vielleicht nicht zufrieden mit ihrer aktuellen Position sind. Durch einen persönlichen Empfehlungslink, kann das Portal nachvollziehen, von welchem User die Empfehlung ausging. Mittlerweile haben sich, laut eigenen Angaben, rund 3000 Social-Headhunter auf der Seite registriert.

Hinter dem Münchner Startup stehen die drei Gründern Michael Blazek, Carl Hoffmann und Lionel von Dobeneck. Blazek arbeitete neben seinem Studium in einem mittelständischen Softwareunternehmen, das als Folge seines Wachstums ständig nach neuen Mitarbeitern suchte. Die Firma setzte dabei vor allem auf ein Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter Programm, was dem IT-Student durch sein großes Netzwerk sehr gelegen kam. So warb er seine Freunde für die Jobs und verdiente an den Vermittlungsprämien bald mehr als an seiner eigentlichen Arbeit im Unternehmen. Besser hätte er die Vorteile und das Potenzial der "Crowd" nicht kennenlernen können.

Finanziert wurden die Münchner mit eigenen Mitteln, mit Hilfe von Business Angels und durch das ProSiebenSat.1 Accelerators-Programm. Das Geschäftsmodell basiert dabei komplett auf erfolgreichen Abschlüssen. Heißt bei erfolgreicher Vermittlung verdient der Headhunter und JobCrowd.

In einer zweiten Ausbauphase, wollen die Münchner nun auch die Intranets großer Firmen erobern. So wurde gerade die Beta-Phase ihres neuen Projektes Talentry abgeschlossen. Anders als JobCrowd konzentriert sich Talentry auf das Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter Prinzip. Über ein unternehmensinternes Portal kann die jeweilige Firma von den Netzwerken seiner Mitarbeiter profitieren. Diese können vakante Stellen ihren Freunden empfehlen und ähnlich wie bei JobCrowd eine Prämie erhalten.

Noch ist die Idee des Social Headhunting ein Nischenangebot. In Zeiten, in denen der Kampf um die besten Talente und Facharbeiter jedoch immer härter wird, bietet dieser Ansatz nur Vorteile. Alle profitieren von Angeboten wie JobCrowd: Die Firmen, weil sie neue Mitarbeiter finden, die neuen Angestellten, weil sie einen frischen Job haben und die Vermittler, weil sie einen Prämie erhalten. Also eine Win-Win-Win-Situation.

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