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Tumblr-Exodus nach dem Yahoo-Deal

Der Tumblr-Verkauf könnte zu einer Massen-Flucht, weg von der jungen Blogplattform, führen. Noch ist diese Gefahr nicht gebannt. Tatsächlich verzeichnet Wordpress zur Zeit einen gigantischen Anstieg wechselwilliger Blogger. So sollen - laut Wordpress - seit der Startup-Übernahme 72.000 Tumblr-Postings zu Wordpress umgezogen worden sein. Normal sind 400 bis 600 Postings pro Stunde. Noch ist jedoch unklar, ob die Wechsel eine Trotzreaktion einiger weniger Nutzer sind oder ob es zum großen Tumblr-Exodus komm

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Tatsächlich ist die Stimmung innerhalb der Tumblr-Community nicht gerade euphorisiert, was die Akquisition durch den Web-Dino betrifft. Immerhin zahlt Yahoo rund 1,1 Milliarden Dollar für das Startup. Den größte Teil des Unternehmenswertes macht allerdings nicht die Software aus, sondern die Inhalte, die in über 108 Millionen Tumblr-Blogs stecken. Rechnet man den Kaufpreis hoch, zahlt der Netz-Riese 100 Dollar pro Tumblr-Blog. Von dem Kaufpreis sehen die Nutzer, die eigentlichen Produzenten der Inhalte, jedoch nicht einen Cent.

WordPress-Gründer Matt Mullenwag geht davon aus, dass sich der Wert der Tumblr-Inhalte in den kommenden Jahren verzehnfachen wird. Neben der Kommerzialisierung der jungen Plattform, gibt es innerhalb der Community zudem noch eine gewisse Unsicherheit, wie restriktiv Yahoo auf mögliche Copyright-Verletzungen reagieren und mit Porno-Inhalten umgehen wird.

Die Transferzahlen die Mullenwag nennt, sind immens. Allerdings noch nicht in einer Größenordnung, dass sich das Yahoo-Management sorgen um seine Investition machen muss. Immerhin verzeichnet Tumblr aktuell rund 75 Millionen neue Postings pro Tag. Heißt: der Verlust dürfte sich noch locker innerhalb der Parameter bewegen, mit denen die US-Amerikaner als Reaktion auf den Kauf gerechnet haben. Trotzdem werden sie mit größter Spannung die weitere Entwicklung im Auge behalten. Das schlimmste, was Yahoo jetzt passieren könnte, wäre eine ernsthafte Diskussion über die Frage, wem die Inhalte gehören und wer an ihnen verdienen sollte. Immerhin will der Web-Dino gerade den Content in den kommenden Jahren mit viel Gewinn vermarkten.

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