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Das Verschwörungs-Video zum ESC

Die Website 12points.tv, die sich mit Nachrichten rund um den Eurovision Song Contest befasst, hat ein Video verlinkt, das angeblich zeigt, wie Zuschauer-Stimmen für den Beitrag von Aserbaidschan gekauft wurden. Das Video stammt von 15minutes.lt, einer litauischen Gratiszeitung, die zum schwedischen Schibsted-Konzern gehört. Laut einem Transkript des Videos sollen in 15 Ländern Stimmen für den aiserbaidschanischen Beitrag “Hold Me” angekauft worden sei. Futter für Verschwörungstheoretiker.

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In dem Video ist eine Gruppe von Leuten zu sehen, die offenbar mit versteckter Kamera gefilmt werden. Angeblich wurde das Video in einem Restaurant im Panorama Einkaufszentrum in der litauischen Hauptstadt Vilnius aufgenommen. In dem Video erklärt ein gewisser “Sergei”, wie das mit dem Stimmen-Ankauf funktionieren soll.

Demnach würden Gruppen von jeweils bis zu zehn Leuten gebildet, die mit Mobil-Telefonen und SIM-Karten ausgestattet werden. Bei jeder Gruppe würde eine Person der Auftraggeber dabei sein, um den Ablauf zu kontrollieren und anschließend das Geld zu bezahlen. Angeblich sollte jede 10er-Gruppe 200 Euro erhalten, die sie unter sich aufteilen kann. Die Rede ist davon, dass solche Gruppen in insgesamt 15 Ländern unterwegs seien.
###YOUTUBEVIDEO###

12points.tv veröffentlichte auch noch ein Interview mit Liepa Želniené, einer Journalistin von 15minutes.lt, die bei dem Video-Dreh dabei gewesen sein soll und die erzählt, wie der Kontakt zu “Sergei” und seinen Kumpanen aufgebaut wurde. Bei der Abstimmung am späten Samstagabend gab es dann tatsächlich 12 Punkte aus Litauen für Aserbaidschan.

Video und Interview sind natürlich bestes Futter für ESC-Verschwörungstheoretiker. Es gehört zur Tradition des Song-Contests, dass vor allem westeuropäische Länder argwöhnen, dass sich osteuropäische oder baltische Staaten Stimmen gegenseitig zuschanzen oder sonstwie mauscheln. Dass der Beitrag aus Aserbaidschan von Farid Mammadov nicht unbedingt den Mainstream-Geschmack westeuropäischer Zuschauer traf, befeuert solche Spekulationen zusätzlich. Bei der Stimmenvergabe des ESC zählen die Zuschauer-Votings und die Stimmen einer “Experten”-Jury jeweils die Hälfte.

Ob das Undercover-Video aus Litauen nun echt ist, oder ob es sich um “armenische Propaganda” oder einen Medien-Fake handelt, wie einige bei Facebook mutmaßen, ist unklar. Am Ende belegte Aserbaidschan mit der Ballade “Hold me” den zweiten Platz. Fakt ist, dass im vergangenen Jahr Schweden und in diesem Jahr Dänemark den Eurovision Song Contest gewonnen haben. Trotzdem kam bisher Niemand auf die Idee, eine groß angelegten Skandinavien-Verschwörung zu vermuten. Seltsam eigentlich …

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