Bestätigt: Yahoo übernimmt Tumblr

Der Deal ist fix: In ihrem eigenen Tumblr-Blog mit einem besonders peppigen GIF, verkündete Yahoo-Chef Marissa Mayer gerade den Kauf von Tumblr. Yahoo lässt sich das Startup offenbar 1,1 Milliarden Dollar kosten. In ihrem Posting erklärt die ehemalige Google-Managerin, dass Gründer David Karp an Bord und der Firmensitz in New York bleiben wird, sowie dass sie es nicht „versauen“ will. Nach dem Instagram-Kauf durch Facebook im vergangenen Jahr, ist nun das zweite Social Network der nächsten Generation verkauft.

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Die Übernahme der Web-Plattform ist der teuerste Zukauf, seit Mayer die Führung des Web-Dinos übernommen hat.

In ihrem Tumblr-Blog verkündet Mayer den Deal

Laut ComScore kam Tumblr im April auf einen Traffic von 117 Millionen Unique Visitors. Der Anteil der US-Besucher lag bei 37 Millionen Besuchern. Nach eigenen Angaben umfasst das Netzwerk zur Zeit über 108 Millionen Blogs und 50,6 Milliarden Postings. Bei allen diesen Indikatoren gilt: Tendenz schnell steigend. Auf der Einnahmeseite hofft das Startup aus New York in diesem Jahr rund 100 Million Dollar an Werbegeldern einbuchen zu können.

Was Tumblr neben der reinen Nutzerzahl so attraktiv macht, ist das jugendliche Alter der Nutzer. Das demographische Problem sollte man gerade bei Web-Companies nicht unterschätzen. Seit Monaten kämpft Facebook beispielsweise mit der Herausforderung und der schlechten Presse, dass sich die jüngeren vom Social-Network abwenden. Immer mehr Early Adopter und Teenies wechseln zu Instagram, Pinterest oder eben Tumblr.

Anfang der vergangenen Woche erklärte bereits der Yahoo-CFO Ken Goldman auf einer Investorenkonferenz von JP Morgan, dass die Altersstruktur eine der größten Herausforderungen seines Unternehmens sei. Yahoo müsse gerade bei den Jüngeren wieder sichtbarer werden.
Der Reiz an der geschlossenen Bloggingplattform ist die einfache Bedienung, die starke Konzentration auf Bilder und Grafiken sowie der Umstand, dass ständig irgendwelche Spaßvögel neue Tumblr für witzige Ideen starten. Ob nun Rich Kids on Instagram, ein Tumblr, das die Bilder verwöhnte Kinder sammelt, die bei Instagram mit dem Geld ihrer Eltern angeben oder Gut gemacht, FDP, das in lustigen Fotomontagen die vermeintlichen Erfolge der FDP dokumentiert.
  
Bereits als Google-Managerin prüfte Mayer einen Kauf des Startups. Ein ähnlicher Deal hatte bereits zu ihrer Zeit bei der Suchmaschine dafür gesorgt, dass Google wieder als jung und cool angesehen wurde. Damals gab das Unternehmen viel Geld für Blogger.com aus. Bei Tumblr scheint sie auf eine ähnliche Taktik zurückgreifen – möglichweise mit ähnlich viel Erfolg.

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