Alice Schwarzer vs. Angelina Jolie

Der Artikel in der New York Times, in dem Hollywood-Star Angelina Jolie über ihre vorsorglichen Brust-Amputationen wegen eines hohen Krebs-Risikos schrieb, erregte die Gemüter weltweit. In Deutschland meldete sich nun auch die Feministin und Herausgeberin der Zeitschrift Emma, Alice Schwarzer zu Wort. Im Emma-Forum räsoniert sie darüber, ob Jolies Schritt “mutig oder feige” war. Schwarzer stellt die Ferndiagnose: Panik. Und erntet damit Kritik bei ihren Leserinnen.

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“Mutig oder Feige” ist Alice Schwarzers Meinungs-Beitrag im Online-Forum von Emma überschrieben. Darin gesteht sie Angelina Jolie zu, bis heute “relativ unangepasst” zu leben und würdigt auch ihr Engagement für vergewaltigte Frauen. Eigentlich müsste Angelina Jolie auch für eine Feministin wie Alice Schwarze zum Role-Model taugen. Immerhin zeugt Jolies Umgang mit den Brust-Amputationen von hohem Selbstbewusstsein, was den eigenen Körper betrifft.

Ganz so weit, dass sich die Emma-Herausgeberin Schwarzer mit einem Hollywood-Sex-Symbol gemein macht, kommt es dann aber doch nicht. “Kann ein Mensch Körperteile, die bedroht sein könnten, einfach abschneiden und bleibt dann gesund zurück? Gewiss nicht”, schreibt Schwarzer und unterstellt Jolie ein “entfremdetes, mechanisches Verhältnis zum eigenen Körper”. Alice Schwarzer kommt zum Schluss: “Jolies Operation ist also weder mutig noch feige, sie ist eine Panikhandlung. Und Panik ist ein schlechter Ratgeber.”
Zur Erinnerung: Angelina Jolies Risiko ohne Operation an Brustkrebs zu erkranken lag bei 87 Prozent! Frau Schwarzer meint, Frau Jolie wäre besser beraten gewesen, “ihren eigenen Körper maximal zu beobachten, sich alle sechs Monate untersuchen zu lassen – und umgehend zu handeln, sobald erste Anzeichen für eine Erkrankung auftreten.” Tja – da hätte die Angelina Jolie mal besser die Frau Doktor Schwarzer vorher gefragt, dann hätte sie sich den ganzen Ärger mit dem Brüste-Amputieren sparen können …

Im Emma-Forum und auf der Facebook-Seite des Magazins gibt es reichlich Gegenwind von Leserinnen für diese Meinung der Herausgeberin. Es ist ein altbewährter Medien-Trick, einfach mal eine Gegenposition zum Meinungs-Mainstream einzunehmen, wenn man Gehör und Grundrauschen finden will. Blöd nur, wenn man vor lauter Meinung an seiner eigenen Zielgruppe vorbeischreibt.

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