Amazon droht Streiks an zwei Standorten

Nachdem sich Amazon regungslos in der Debatte um Tariflöhne gibt, wechselt die Gewerkschaft ver.di nun auf Konfrontationskurs. Wie bereits am Standort Leipzig, spricht sich nun auch in Bad Hersfeld eine große Mehrheit der Angestellten für Streiks gegen den Online-Versandhändler aus. Wann an Amazons größtem deutschen Logistikzentrum die Arbeit niedergelegt werden soll, stehe aber noch nicht genau fest. Allerdings sei noch im Mai mit dem Boykott zu rechnen, berichtet internetworld.de.

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Die Verhandlungstaktik des US-Konzerns ist eisern – er lässt nämlich nicht mit sich reden. Mehrere Versuche der Gewerkschaft, sich mit Verantwortlichen überhaupt zusammenzusetzen, scheiterten. Bei Amazon wolle man aber nur informelle Gespräche führen. Dafür drohen Konsequenzen: Nachdem bereits die Mitarbeiter in Leipzig für einen Streik gestimmt hatten, sind nun auch 97,6 Prozent der Amazon-Gewerkschaftsmitglieder in Bad Hersfeld bereit ihre Arbeit nieder zu legen.
Tatsächlich geht es im größten Deutschen Logistikzentrum des Web-Versenders um Grundsätzliches. So fordert Ver.di, dass sich Amazon an dem Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel bindet. Die US-Firma dagegen orientiert sich an der Bezahlung der Logistikbranche. "Dadurch bekommt ein Beschäftigter 9000 Euro brutto weniger im Jahr", rechnete die Gewerkschaft in der Wirtschaftswoche vor.
Seit der Berichterstattung in der ARD-Doku "Ausgeliefert", ist Bad Hersfeld nicht nur der größte, sondern wohl auch der prominenteste Amazon-Standort in Deutschland. Dort würde es aber nicht zum ersten mal zu einem Streikt kommen. Im April setzten schon mal 550 der 3300 Mitarbeiter mit einem Warnstreik ein Zeichen. Den Versandriesen hat das wohl nicht sonderlich beeindruckt.

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