So sucht die HuffPo nach Redakteuren

“Bei uns kommt jeder zu Wort, egal ob Praktikant oder Führungskraft.” So wirbt Tomorrow Focus um Arbeitskräfte für die deutsche Ausgabe der Huffington Post. Im Job-Portal der ToFo AG sind seit Montagmorgen Stellenausschreibungen für HuffingtonPost.de online. Zum Start läuft aber noch nicht alles rund. Neben Online-Redakteuren suchte man auch “HuffPo Freie”, nahm das Angebot aber nach kurzer Zeit wieder vom Netz. Für den Chefposten sucht man nach einem "bekannten Anchorman". Oder einer "Woman" ...

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Im Job-Profil heißt es, das Newsportal liefere rund um die Uhr minutenaktuelle Nachrichten und Service-Informationen. Sowohl für für Website, als auch für die Apps von Focus Online und die entsprechenden Social-Media-Kanäle. Ob mit "Newsportal" die neue deutsche HuffPo gemeint ist oder Focus Online, wird dabei nicht ganz klar. Neben den typischen Anforderungen an die Bewerber – Online-Affinität, gründliche Recherche und Berufserfahrung – soll der HuffPo-Redakteur Tests und Specials umsetzen, Artikel und Hintergrundbeiträge recherchieren und neben der Bildrecherche die Texte von Freien redigieren.
Eine Stellenanzeige für ein “HuffPo Freie” nahm man mittlerweile wieder vom Netz. Offenbar scheint man zunächst um den Aufbau des Redaktionsteams bemüht. Wie viele Stellen exakt ausgeschrieben sind, ist unklar. Auf MEEDIA-Anfrage hieß es, man suche nach "mehreren Redakteuren".

In einem englischsprachigen Video-Interview erklärt Oliver Eckert, Geschäftsführer Tomorrow Focus Media, dass die Mitarbeiter "einen frischen Wind in die deutsche Medienlandschaft" bringen sollen. Man rekrutiere "normale" Mitarbeiter und Fachleute, die "so oft publizieren können, wie sie wollen". Eine Längenvorgabe für Texte soll es dabei nicht geben. Neben Meinungsbeiträgen seien auch Analysen gefordert. Das gelte für Blogger gleichermaßen, die zu den Themen Wirtschaft, Kultur, Politik, Mode, Unterhaltung und High-Tech.
Der künftige Chefredakteur, so Eckert weiter, soll der Plattform seinen Stempel aufdrücken. Der Posten soll mit einer bekannnten Person besetzt werden, einem "Anchorman" oder einer "Anchorwoman". Die Vorstellung der neuen HuffPo findet im Rahmen der von Hubert Burda Media organisierten Digitalkonferenz DLDwomen statt. Passenderweise ist Huffington deren Co-Schirmherrin. Bis dahin soll auch eine rund 15-köpfige Redaktion aufgebaut sein.
Dass es kein Leichtes wird, aus dem Nichts heraus ein Konkurrenprodukt für etablierte News-Portale in Deutschland aufzubauen, weiß man auch bei der ToFo AG. Während Eckert von Focus Online als "redaktionellem Muskel" ("Editorial Muscle") für die deutsche HuffPo spricht, betonen sowohl Vorstand Christoph Schuh als auch Huffington-Post-CEO Jimmy Maymann, dass man aggressiv vorgehen will, um sich in den kommenden Jahren zu etablieren. Nach den ersten zwei Jahren, so erklärt Schuh im Konzern-Interview, will man schon kostendeckend arbeiten. Die Kooperation mit der Huffington Post sei zudem auf mindestens zehn Jahre angelegt.

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